Allianz und HSBC einigen sich auf Milliarden-Deal in Singapur - Aktien im Plus
Die HSBC Holdings hat zugestimmt, ihr Lebens- und Krankenversicherungsgeschäft in Singapur für 2,1 Milliarden US-Dollar an die Allianz zu verkaufen.
Die in Großbritannien ansässige Bank strukturiert ihr Portfolio um und konzentriert sich künftig auf Kernmärkte und -geschäfte.
Der Verkauf dürfte auf konsolidierter Ebene der HSBC-Gruppe einen Vorsteuergewinn von etwa 1,8 Milliarden Dollar generieren, teilte die Bank am Freitag mit.
Nach Abschluss werden HSBC und Allianz eine exklusive 15-jährige Bancassurance-Partnerschaft eingehen. Diese wird es HSBC ermöglichen, weiterhin Versicherungsprodukte an ihre Kunden in Singapur zu vertreiben.
HSBC wird im Rahmen der Vereinbarung eine anfängliche Barzahlung von 200 Millionen Dollar erhalten.
Die nach Vermögenswerten größte Bank Europas durchläuft eine umfassende Umstrukturierung. Sie senkt Kosten und verschlankt Abläufe. Gleichzeitig beschleunigt sie ihre Ausrichtung auf Asien, wo sie den Großteil ihrer Gewinne erwirtschaftet. Im Februar sagte CEO Georges Elhedery, dass die HSBC auf dem besten Weg sei, aus nicht-strategischen und renditeschwachen Geschäften auszusteigen. Das Ziel zur Kostensenkung um 1,5 Milliarden Dollar werde bis zum ersten Halbjahr erreicht, sechs Monate früher als geplant.
Zu HSBCs jüngsten Veräußerungen gehören der Verkauf des International Wealth- und Premier Banking-Geschäfts in Indonesien an die Oversea-Chinese Banking Corp. aus Singapur, des britischen Lebensversicherungsgeschäfts an Chesnara und des deutschen Private-Banking-Geschäfts an BNP Paribas.
Gleichzeitig hat HSBC ihre Rolle als finanzielle Brücke zwischen dem Westen und China weiter gestärkt. Anfang dieses Jahres schloss HSBC die Übernahme der Hang Seng Bank für fast 14 Milliarden US-Dollar ab, eine Bank aus Hongkong, die sie bereits lange kontrolliert hatte.
"Die Transaktion ist Teil der laufenden Vereinfachung der HSBC-Gruppe, da sie sich darauf konzentriert, Führungsposition und Marktanteil in den Bereichen zu erhöhen, in denen sie einen klaren Wettbewerbsvorteil und die größten Möglichkeiten hat, zu wachsen und ihre Kunden zu unterstützen", teilte HSBC mit.
Die Transaktion wird voraussichtlich in der ersten Hälfte des Jahres 2027 abgeschlossen, vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen.
Allianz verkleinert Vorstand nach Abgang von Thallinger zum Jahresende
Allianz verliert zum Jahresende sein Vorstandsmitglied Günther Thallinger und verkleinert nach Thallingers Ausscheiden das Gremium auf 8 Mitglieder von 9.
Wie der Versicherer mitteilte, haben sich der Konzern und Thallinger "einvernehmlich darauf verständigt, das Mandat von Herrn Thallinger als Mitglied des Vorstands der Allianz SE zum 31. Dezember 2026 auslaufen zu lassen". Thallinger ist seit 2017 im Allianz-Vorstand und derzeit dort für Investment Management und Sustainability (Nachhaltigkeit) verantwortlich. Seine Bereiche sollen auf andere Vorstandsmitglieder verteilt werden.
So werde Andreas Wimmer zusätzlich die Verantwortung für die Eigenanlagen des Konzerns (Allianz Investment Management) übernehmen. Wimmer ist bereits für Asset Management sowie US Life Insurance zuständig.
Tomas Kunzmann, der ab 1. Januar zum Allianz-Vorstand stößt, soll die Veranwortung für Global Health und Nachhaltigkeit (ESG) übernehmen. Bisher sollte er laut Ankündigung für Asien-Pazifik einschließlich Indien zuständig sein.
Die Allianz-Aktie notierte im XETRA-Handel letztlich 0,64 Prozent fester bei 427,10 Euro, während HSBC-Titel 1,44 Prozent auf 15,49 Pfund stiegen.
DOW JONES
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