AKTIE IM FOKUS

Solar Millennium brechen ein - Rücktritt von Claassen


Womöglich steckt ein in Trauerfall im engsten Familienkreis hinter dem Rücktritt Utz Claasens als Vorstandschef. Börsianer bleiben skeptisch.

    FRANKFURT (dpa-AFX) - Solar Millennium sind am Dienstag nach dem überraschenden Rücktritt von Utz Claassen als Vorstandschef des Solarkraftwerksentwicklers kräftig unter Druck geraten. Gegen 11.20 Uhr standen die Titel nach einer rasanten Tal- und Bergfahrt im freundlichen Marktumfeld noch mit 11,90 Prozent im Minus bei 25,435 Euro. Im frühen Handel waren die Papiere sogar bis auf 18,88 Euro gefallen - das war ein Minus von 34,60 Prozent.

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    Börsianern zufolge gibt es große Unsicherheit über die Rücktrittsgründe und das lässt die Aktien einbrechen. Finanzvorstand Thomas Mayer wollte im Gespräch mit der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX "keine Mutmaßungen über die Beweggründe" von Claassen anstellen. Wie dpa-AFX aber aus informierten Kreisen erfuhr, soll ein Trauerfall im engsten Familienkreis den Manager schwer belastet haben. Nach dieser Meldung erholten sich die Aktien kräftig vom Tief.

    An der Börse wurde der Rücktritt von vielen Marktteilnehmern zunächst in Zusammenhang mit angeblichen Bilanztricksereien gesehen. In den vergangenen Monaten hatte die "Wirtschaftswoche" wiederholt über mögliche Unregelmäßigkeiten bei der Bilanzierung berichtet. Das Unternehmen hatte diese Berichte stets zurückgewiesen.

    WestLB-Analyst Sebastian Zank betont: "Der Rücktritt hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack." Claassen sei schließlich nach nur drei Monaten zurückgetreten und das ohne Angabe konkreter Gründe. Auch seiner Sicht verliert das Unternehmen mit dem Rücktritt seines Chefs jedenfalls eine Antriebsfeder, die Solar Millennium hätte auf ein anderes Geschäftsniveau hätte heben können. Es dürfte einige Zeit brauchen, bis das Unternehmen die bleibenden Sorgen entkräften kann. Zank überprüft seine Bewertung der Aktien./fat/zb

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