Mox Telecom: Eine heiße Nummer
Geplante Übernahmen könnten Mox Telecom nach oben katapultieren. Doch noch kennt kaum ein normaler Handykunde in Deutschland das Unternehmen.
von Georg Pröbstl
Fünfzehn Millionen Kunden! Eine gewaltige Zahl. Aber obwohl Mox Telecom bereits in diesem Jahr genau so viele Nutzer erreichen will, kennt kaum ein normaler Handykunde in Deutschland das Unternehmen. Bekannt ist der Telefonkonzern dagegen bei Migranten: In Europa, Nordamerika, Afrika, im Nahen Osten oder in Südostasien telefoniert man nämlich mit den Telefonkarten der Ratinger. Ein wachstumsstarkes und hochprofitables Geschäft.
Denn der Telefonspezialist steigerte den Umsatz in den vergangenen vier Jahren um 50 Prozent auf 85,4 Millionen Euro, den Gewinn um 65 Prozent auf 0,81 Euro je Aktie. Wie mir Christoph Zwingmann, Finanzvorstand bei Mox Telecom, erklärte, erfolgte die Expansion dabei rein organisch. Ermöglicht werden die satten Zuwächse gerade durch die Tätigkeit als Einkäufer von Minutenkontingenten vor allem bei ausländischen Mobilfunkern. Insbesondere in weniger gut entwickelten Flächenstaaten – etwa in Afrika – wächst das Geschäft stark. Es ist eben einfacher, ein Mobilfunknetz aufzubauen als Festnetzleitungen zu legen.
Mit seinem hohen organischen Wachstum ist der Mobilfunkspezialist bei einem 6er-KGV und fünf Prozent Dividendenrendite schon jetzt attraktiv. Richtig spannend wird der Telefonkonzern nun aber wegen geplanter Zukäufe. „In den nächsten sechs Monaten wollen wir Übernahmen tätigen“, sagt Manager Zwingmann. Wie mir der Controller erklärte, gibt es bereits konkrete Kaufziele in den USA und im stark wachsenden Markt Afrika. 150 Millionen Euro akquisitionsbedingten zusätzlichen Umsatz im Jahr halte ich durchaus für möglich. Der Gewinn dürfte dabei weit überproportional zulegen. „Wir verhandeln auch mit einem Anbieter, um unsere Palette an Mehrwertdiensten auszubauen“, erläutert Zwingmann.
Ich könnte mir hier etwa den Einstieg in den Bereich Finanzdienstleistungen für Migranten vorstellen. Die Ratinger rechnen aus dem neuen Geschäftsfeld schon ab 2010 mit einem Umsatzbeitrag von 15 bis 30 Millionen Euro. Das dürfte voll ins Ergebnis durchschlagen. Manager Zwingmann hält hier nämlich eine Vorsteuermarge um 50 Prozent für möglich. Zumindest Börsianern wäre Mox Telecom dann sicher ein Begriff.
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