Peter Zwegat für Börsianer
Vor Wochenfrist hatten wir an dieser Stelle über amerikanische Unternehmen berichtet, die in Frankfurt aufschlagen, um sich vor hiesigen Investoren zu präsentieren. Der Nachschub ließ nicht lang auf sich warten.
von Peer Leugermann
Diese Woche war U.S. Debt Settlement auf Roadshow. Dabei handelt es sich, kurz gesagt, um das börsennotierte Pendant zu Peter Zwegat, bekannt aus der RTL-Doku „Raus aus den Schulden“. Gegen Gebühr beraten knapp 50 speziell geschulte Mitarbeiter Menschen, die ihre Kreditkartenschulden nicht mehr bezahlen können. Und wie Zwegat versuchen sie für ihre Klienten, bei Kreditkartenfirmen Zahlungserleichterungen und teilweisen Schuldenverzicht durchzuboxen. In der Regel mit großem Erfolg, denn die Alternative heißt Privatinsolvenz, und dann sehen die Gläubiger meist gar nichts mehr von ihrem Geld.
Da viele US-Bürger in der Schuldenfalle sitzen, wächst der Markt praktisch automatisch. Über 500 (mehr oder weniger seriöse) Unternehmen dieser Art gibt es in den Staaten, aber kaum jemand kennt eines davon. Durch das Börsenlisting in Deutschland will sich Vorstandschef Michael Mann die Mittel für eine Werbekampagne beschaffen, um einen Markennamen aufzubauen. Außerdem will er als Konsolidierer der Branche auftreten.
Dass der Pennystock hoch spekulativ ist, versteht sich von selbst. Das gilt auch für Clear Skies, ebenfalls ein US-Pennystock und gerade eben selbst aus der Insolvenz herausgekommen. Nachdem kürzlich eine Kooperation mit Payom vermeldet worden war, stünden bei dem Solarspezialisten weitere Nachrichten an, heißt es. Zum einen wolle sich ein weltbekannter asiatischer Großkonzern an Clear Skies beteiligen, um so einen Fuß in den US-Solarmarkt zu bekommen. Zum anderen plane ein größerer US-Immobilienentwickler, gleich mehrere Projekte mit dem Unternehmen abzuwickeln.
Doch nicht nur US-Firmen sind derzeit ein Thema in Frankfurt. Nach einer fulminanten Sommerrally ist es um die Beteiligungsgesellschaft Heliad zuletzt etwas ruhiger geworden. Offenbar hat das Unternehmen die Gunst der Stunde genutzt, um eigene Aktien einzusammeln. Börsianer vermuten, dass mehr als 200.000 Stück zurückgekauft wurden, was etwa drei Prozent des Grundkapitals entspricht.
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