Netflix-Aktie zieht an: Bill Ackmans Pershing Square steigt nach Millionenverlust wieder ein
Vier Jahre nach einem Verlust von rund 400 Millionen US-Dollar hat Bill Ackman erneut bei Netflix zugegriffen.
- Pershing Square legt eine überraschende neue Netflix-Position offen
- Ackman hatte den Streaminganbieter einst im Streit verlassen
- Wiedereinstieg fällt in eine Phase spürbarer Kursschwäche
Die Netflix-Aktie gewinnt an der NASDAQ zeitweise um 4,89 Prozent auf 77,84 Dollar, nachdem Bill Ackmans Hedgefonds Pershing Square eine neue Beteiligung an dem Streaminganbieter in ihrem Shareholder-Letter zum zweiten Quartal offengelegt hatte. Der Investor war 2022 mit hohem Verlust ausgestiegen und begründete die Rückkehr nun mit einem laut eigener Einschätzung gewonnenen Streaming-Krieg.
Pershing Square meldet neue Netflix-Position
Die Abonnentenbasis liege deutlich vor jedem Wettbewerber, was sich selbst verstärke und dem Unternehmen erlaube, Rivalen bei den Content-Ausgaben zu übertreffen.
Zusätzlich verwiesen die Investoren darauf, dass Netflix rund 90 Prozent seiner Erträge in freien Cashflow umwandeln könne, während zugleich das Werbegeschäft weiter skaliere. Seine Einstiegs-Chance sah Pershing Square im Juni dieses Jahres, als der Netflix-Aktienkurs gegenüber seinem Höchststand von 134 US-Dollar im Juni 2025 um etwa 50 Prozent gefallen war. Sorgen wegen Konkurrenz durch Kurzvideo-Formate hätten sich nach Einschätzung des Hedgefonds als unbegründet erwiesen.
Der Bruch von 2022 und die Rückkehr
Ackmans neuer Einstieg bei Netflix markiert eine bemerkenswerte Kehrtwende. Pershing Square war bereits im Januar 2022 mit rund 3,1 Millionen Aktien im Wert von etwa 1,1 Milliarden US-Dollar eingestiegen, hatte die Position aber nur rund drei Monate später nach einem schwachen Quartalsbericht mit erstmaligem Abonnentenschwund und einem angekündigten werbefinanzierten Tarif wieder verkauft. Der Ausstieg bedeutete für den Fonds seinerzeit einen Verlust von rund 400 Millionen US-Dollar und belastete die Jahresrendite um vier Prozentpunkte. Ackman begründete den damaligen Schritt mit einem Vertrauensverlust in die Fähigkeit, die Zukunftsaussichten des Unternehmens vorherzusagen.
Analysten und offene Fragen zur Netflix-Aktie
Der Analystenkonsens zu Netflix fällt laut TipRanks-Daten weiterhin deutlich positiv aus: Von 31 erfassten Häusern votieren 24 mit Buy und sieben mit Hold, kein Analyst empfiehlt einen Verkauf. Das mittlere Kursziel liegt bei 96,27 US-Dollar, die Spanne reicht von 70 bis 135 US-Dollar. Bereits Ende Juli hatte Robert W. Baird das Kursziel von 120 auf 90 US-Dollar gesenkt bei weiterhin positiver Einstufung, während UBS-Analyst John Hodulik sein Ziel zuvor von 130 auf 115 US-Dollar zurücknahm. Seaport Global reduzierte am selben Tag die Zielmarke von 119 auf 102 US-Dollar, Phillip Securities hob die Einstufung dagegen am 20. Juli auf Buy mit einem Kursziel von 110 US-Dollar an.
Thomas Zoller, Martina Köhler, Benedict Kurschat, Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net
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