13F-Filing voraus: Auf welche Aktien Buffetts Nachfolger Abel bei Berkshire aktuell setzt
Erst Mitte August liefert Berkshire Hathaway das mit Spannung erwartete 13F-Formular, doch andere Unterlagen verraten schon jetzt einiges über Käufe von CEO Greg Abel.
- Berkshires 13F-Meldung zum zweiten Quartal ist am 14. August fällig
- Andere Unterlagen deuten schon vorab auf vier neue Positionen hin
- Alphabet und drei japanische Handelshäuser stehen dabei im Fokus
Am 14. August 2026 legt Berkshire Hathaway gegenüber der US-Börsenaufsicht SEC offen, wie sein Portfolio zum Ende des zweiten Quartals aussah. Verpflichtet sind dazu alle Investoren in den USA, die ein Vermögen von mehr als 100 Millionen US-Dollar verwalten. Die Veröffentlichung dieses 13F-Formulars liefert jedes Quartal einen interessanten Einblick in die Beteiligungen der Investmentprofis und wird von zahlreichen Anlegern mit Spannung erwartet. Gerade die Investments der von Starinvestor Warren Buffett groß gemachten Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway werden dabei mit großem Interesse verfolgt. Seit dem ersten Januar 2026 hat Buffett seinen Chefposten bei Berkshire jedoch an den Nagel gehängt und an seinen Nachfolger Greg Abel übergeben. Das 13F-Formular, welches Mitte August veröffentlicht wird, ist also erst das zweite, welches über Berkshires Investments unter Abels Führung informiert.
Doch schon vor dieser Pflichtmeldung geben andere Regulierungsunterlagen einen Hinweis darauf, auf welche Titel Buffetts Nachfolger im zweiten Quartal seinen Fokus legte. So zeigt sich hier , dass Abel seine Beteiligungen an vier Aktien ausgebaut hat: an Alphabet sowie an den drei japanischen Handelshäusern Mitsubishi, Marubeni und Sumitomo.
Was bei der Alphabet-Aktie schon vor der Meldung feststeht
Bereits im ersten Quartal hatte Berkshire seinen Bestand an Alphabet-Aktien der Klassen A und C deutlich erhöht. So befanden sich zum Ende des ersten Jahresviertels 54.249.798 A-Aktien im Berkshire-Portfolio mit einem Gegenwert von rund 15,6 Milliarden US-Dollar, was 5,93 Prozent des Gesamtportfolios ausmachte sowie 3.585.215 C-Aktien der Google-Mutter, mit einem Gegenwert von einer Milliarde US-Dollar und einem Portfolioanteil von 0,39 Prozent. Das ursprüngliche Google-Investment, welches im dritten Quartal 2025 angestoßen wurde, wurde noch von Buffett selbst eingefädelt, wie er im Interview mit CNBC kürzlich erklärte.
Am 1. Juni kündigte der Google-Mutterkonzern an, über eine Kapitalerhöhung 80 Milliarden US-Dollar einzusammeln, später aufgestockt auf 84,75 Milliarden US-Dollar, um den Ausbau von Rechenzentren für künstliche Intelligenz zu finanzieren. Berkshire sagte zu, davon 10 Milliarden US-Dollar über eine Privatplatzierung zu übernehmen, je 5 Milliarden US-Dollar in beiden Aktiengattungen. Der offizielle Abschluss der Transaktion ist zwar nicht bestätigt, dürfte dem Zeitpunkt nach aber noch vor Quartalsende erfolgt sein.
Alphabet passt auch wegen seines Geschäftsmodells gut zur Value-Strategie Buffetts, die sein Nachfolger Abel fortsetzt. Der Konzern hält laut Daten von GlobalStats auf die The Motley Fool verweist einen Anteil von 91 Prozent am weltweiten Suchmaschinenmarkt, Stand Juni 2026, während das Cloud-Geschäft im ersten Quartal um 63 Prozent zulegte, bei spürbar höheren Margen als im Werbegeschäft. Das Unternehmen ist außerdem die Muttergesellschaft der Video-Streaming-Plattform YouTube, der weltweit am zweithäufigsten besuchten Social Media-Website. Durch Google und YouTube verfügt Alphabet über eine außergewöhnliche Preisgestaltungsmacht im Werbegeschäft.
Japans Handelshäuser: Was die Meldung wohl bestätigen wird
Warren Buffett hatte in seinem letzten Aktionärsbrief vor dem Rückzug als Vorstandschef acht Beteiligungen als praktisch "unbefristete" Positionen bezeichnet, darunter alle fünf großen japanischen Handelshäuser: Mitsubishi, Marubeni, Sumitomo sowie Itochu und Mitsui. Abel hatte die ersten Käufe in dieser Gruppe bereits im Sommer 2019 eingefädelt, öffentlich wurden sie im August 2020. Seit Buffetts Rückzug hat er die Beteiligungen weiter aufgestockt: Japanische Aufsichtsbehörden meldeten zwischen dem 30. April und dem 12. Mai neue Zukäufe bei Mitsubishi, Marubeni und Sumitomo.
Bewertung, Ausschüttungen und die offenen Risiken
Bei den Bewertungen bleiben die drei Handelshäuser vergleichsweise günstig. Mitsubishi, Marubeni und Sumitomo notierten zuletzt mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 21, 15 beziehungsweise 13 auf Basis der Gewinne der vergangenen zwölf Monate, in einem historisch teuren Gesamtmarkt. Alle drei Konzerne sind zudem für hohe Ausschüttungen über Dividenden und Aktienrückkäufe sowie vergleichsweise zurückhaltende Managementvergütungen bekannt, was zur langfristigen Ausrichtung von Buffett und Abel passt.
Auf der Risikoseite hängt der Erfolg der Handelshäuser stark an Rohstoffzyklen und dem Wechselkurs zwischen Yen und US-Dollar, worüber die einzelnen Konzernzahlen wenig Auskunft geben. Bei Alphabet wiederum bindet der zusätzliche Kapitalbedarf für Rechenzentren Milliarden, deren Rendite erst über mehrere Jahre sichtbar wird, während Wettbewerbs- und Regulierungsdruck im Suchgeschäft bestehen bleiben.
Am 14. August wird sich zeigen, wie groß die neuen Positionen bei Alphabet, Mitsubishi, Marubeni und Sumitomo tatsächlich ausgefallen sind und ob Abel im Gegenzug an anderer Stelle im Portfolio reduziert hat.
Martina Köhler, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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