JOST Werke Aktie freundlich: Umsatz und Ergebnis über Erwartungen
Der Nutzfahrzeug-Zulieferer JOST Werke hat im zweiten Quartal Marktanteile gewonnen und besser abgeschnitten als erwartet.
Sowohl die Geschäfte mit der Lkw-Zulieferung und der Landwirtschaft liefen besser. Im Bereich Hydraulik kurbelte die Nachfrage aus dem Bergbau und der Bauwirtschaft die Umsätze an. Zudem verdiente JOST Werke mehr, auch weil sich Einspareffekte aus der Übernahme des Hydraulikspezialisten Hyva vergrößerten und die Erlöse in margenstärkeren Regionen schneller wuchsen als auf dem Heimatmarkt. Die Aktie legte zu.
Das im Index der kleineren Unternehmenswerte SDAX-notierte Papier stieg im frühen Handel bis auf 59 Euro. Zuletzt waren es noch 56,80 Euro bei einem Kursplus von 2,3 Prozent. Damit baute der Kurs seinen Gewinn seit Jahresbeginn auf rund 5 Prozent aus. Ab Ende Februar war es mit dem Ausbruch des Kriegs im Iran und den mauen Konjunkturaussichten deutlich abwärtsgegangen, bis ab April ein Erholungstrend einsetzte. Nach wie vor notiert die Aktie aber weiter unter dem Jahreshoch von 67,80 Euro aus dem Frühjahr.
Der Umsatz zog im zweiten Quartal im Jahresvergleich um 13 Prozent auf 440,2 Millionen Euro an, wie das Unternehmen am Donnerstag in Neu-Isenburg mitteilte. Analysten hatten laut dem vom Unternehmen erhobenen Stimmungsbild lediglich mit rund 420 Millionen Euro gerechnet. Bereinigt um Übernahme- und Währungseffekte lag das Umsatzplus bei knapp 9 Prozent.
"Dies ist das Ergebnis echter Marktanteilsgewinne durch neue Kunden sowie Cross-Selling-Synergien und beruht nicht allein auf Übernahmeeffekten", sagte Unternehmenschef Joachim Dürr laut Mitteilung. JOST nutzte nach eigenen Angaben Chancen aus der Hyva-Übernahme, um in der Landwirtschaft und Hydraulik weitere Produkte zu verkaufen.
Aus eigener Kraft legte JOST insbesondere in Asien und China sowie in Amerika deutlich zu. Etwas verhaltener wuchs das Geschäft in Europa, dem Nahen Osten und Afrika, hier ging auch die operative Marge spürbar zurück. Das lag einerseits an der Umgliederung margenstarker internationaler Umsätze in die Regionen Amerika und Asien, aber auch an steigenden Kosten wegen des Kriegs im Iran infolge von Logistikproblemen in der Lieferkette.
Konzernweit legte das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) dennoch stärker zu als der Umsatz, und zwar um fast 19 Prozent auf 43,9 Millionen Euro. Die entsprechende Marge zog um einen halben Prozentpunkt auf 10,0 Prozent an. Mit Umsatz und Ergebnis schlug JOST die durchschnittlichen Schätzungen von Analysten. Der Gewinn unterm Strich stieg auf mehr als das Doppelte und betrug 15,9 Millionen Euro.
Den Jahresausblick bestätigte Dürr. Das Unternehmen erwartet, dass der Konzernumsatz im einstelligen Prozentbereich gegenüber 2025 steigen wird. Im Vorjahr hatte der Umsatz bei rund 1,5 Milliarden Euro gelegen. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) soll dabei stärker als der Umsatz im mittleren bis oberen einstelligen Prozentbereich wachsen. Die entsprechende bereinigte Marge soll dank weiterer Synergien durch die Hyva-Integration "eindeutig" über dem Vorjahreswert von 9,5 Prozent liegen.
Bisher stellte JOST den Angaben zufolge wegen des Nahost-Kriegs keine nennenswerten Auswirkungen auf das Nachfrageverhalten der Kunden fest und geht mit der Prognose auch davon aus, dass das im zweiten Halbjahr so bleibt.
Zeitweise klettert die JOST Werke Aktie im XETRA-Handel um 3,06 Prozent auf 57,20 Euro.
/men/mis
NEU-ISENBURG (dpa-AFX)
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