HENSOLDT-Aktie dreht ins Plus: Anleger trotzen der Kursdelle nach der Bilanz
Nach dem Kursrutsch zur Bilanz zeigt die HENSOLDT-Aktie eine deutliche Kehrtwende. Die Gründe dafür liegen tiefer, als der erste Blick vermuten lässt.
- HENSOLDT-Aktie legt nach dem Kursrutsch vom Freitag deutlich zu
- Auftragseingang von HENSOLDT verdoppelte sich im ersten Halbjahr 2026
- Analysten sind gespalten, JPMorgan bleibt vorsichtig, andere loben die Aktie
Die HENSOLDT-Aktie steigt heute im XETRA-Handel zeitweise um 7,15 Prozent auf 85,46 Euro und macht damit einen Teil der Verluste vom Freitag wieder wett, nachdem der Rüstungskonzern trotz eines Rekordauftragseingangs mit einzelnen Kennzahlen zum ersten Halbjahr enttäuscht hatte.
Rekordaufträge treffen auf gemischte Kennzahlen
Der Auftragseingang von HENSOLDT verdoppelte sich im ersten Halbjahr 2026 auf 2,81 Milliarden Euro nach 1,41 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum und übertraf die Markterwartung von rund 1,23 Milliarden Euro deutlich. Der Auftragsbestand kletterte parallel auf ein Rekordhoch von über 10 Milliarden Euro. Beim Umsatz legte der Konzern um knapp 24 Prozent auf 1,17 Milliarden Euro zu, leicht über der Konsensschätzung von 1,15 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr 2026 bestätigte das Management die Prognose von rund 2,75 Milliarden Euro Umsatz.
Beim bereinigten EBITDA reichte es mit 137 Millionen Euro nach 107 Millionen Euro im Vorjahr nicht ganz an die erwarteten 139 Millionen Euro heran, wenngleich sich die Marge leicht auf 11,8 Prozent verbesserte. Der bereinigte Free Cashflow blieb mit minus 136 Millionen Euro negativ, fiel aber weniger stark aus als die minus 181 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Genau dieser Mix aus Rekordaufträgen und knapp verpasster Gewinnerwartung hatte die Aktie zur Vorlage der Zahlen zunächst belastet.
Analysten uneins über die Bewertung der HENSOLDT-Aktie
JPMorgan-Analyst David Perry bewertet die Aktie weiterhin mit Neutral und bezeichnet HENSOLDT als das "am höchsten bewertete Rüstungsunternehmen" in seinem Analyseuniversum, wobei er unter den von ihm beobachteten deutschen Werten woanders mehr Aufwärtspotenzial sieht. Warburg Research und Jefferies stufen die Aktie dagegen weiterhin mit Kaufen ein und bleiben damit optimistischer als der vorsichtigere Blick von JPMorgan.
Ob die heutige Erholung von Dauer ist, dürfte sich in den kommenden Handelstagen zeigen, sobald der Markt die verhaltene Marge stärker einpreist als den Rekord bei den Aufträgen.
Alexandra Hesse, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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Bildquellen: HENSOLDT