SK hynix-Aktie im Fokus: Analysten starten reihenweise mit Kaufempfehlungen
Mehrere US-Analysehäuser nehmen die SK hynix-Aktie im August gleich reihenweise neu in die Coverage auf und heben dabei den Daumen.
- Vier US-Analysehäuser starten im August die Coverage zu SK hynix
- Alle Häuser vergeben ein Kaufvotum
- SK hynix erst seit Juli 2026 als ADR an der NASDAQ notiert
Mit Needham, Cantor Fitzgerald, Wolfe Research und RBC Capital haben im August 2026 gleich vier Analysehäuser ihre Coverage zur SK hynix-Aktie neu aufgenommen, in allen vier Fällen mit einem Kaufvotum. Die Häuser eint eine gemeinsame These: Der KI-getriebene Speicherboom soll nach ihrer Einschätzung anhalten, weil sich die Produktionskapazitäten für Speicherchips nur langsam ausweiten lassen.
Die SK hynix-ADR-Aktie steigt im NASDAQ-Handel am Dienstag zeitweise 8,85 Prozent auf 155,35 US-Dollar.
Vier Neubewertungen der SK hynix-Aktie, ein Muster
Needham stufte die Aktie mit einer Kaufempfehlung ein, Cantor Fitzgerald vergab ein Overweight-Rating, Wolfe Research und RBC Capital jeweils ein Outperform-Votum. Wolfe-Analyst Chris Caso begründete seine Einstufung damit, dass in der Chipbranche schlicht die physischen Fertigungskapazitäten fehlten, um die Nachfrage kurzfristig zu bedienen, was die Angebotsknappheit nach seiner Einschätzung über Jahre festschreiben dürfte. Die konkreten Kursziele der Häuser liegen zwischen 200 und 300 US-Dollar.
Die Institute gehen davon aus, dass die KI-getriebene Speichernachfrage stabil bleiben wird: Cloud-Anbieter bauen ihre Kapazitäten für Training und Inferenz weiter aus, während agentenbasierte KI-Anwendungen den Speicherbedarf je Server zusätzlich in die Höhe treiben. Die Analysten rechnen mit einem jährlichen Wachstum der DRAM-Bit-Nachfrage von über 20 Prozent, wie Investing.com berichtet - ein Tempo, mit dem das Angebot angesichts branchenweiter physischer Kapazitätsgrenzen nicht mithalten kann.
Als zentralen Kurstreiber identifizieren die Analysten die anstehende Neuverhandlung der HBM-Vertragspreise im Jahr 2027. RBC erwartet, dass die Preise für HBM im Zuge der Umstellung der Kunden auf HBM4 um mehr als 50 Prozent zulegen könnten. Wolfe sieht darüber hinaus deutliches Aufwärtspotenzial durch steigende HBM-Margen sowie durch langfristige Lieferverträge, die für mehr Planungssicherheit bei den Preisen sorgen.
Obwohl die zugrunde liegende Aktie im vergangenen Jahr bereits kräftig zugelegt hat, sehen die Analysten das frisch gelistete ADR im Vergleich zur Konkurrenz weiterhin als günstig bewertet an. Stifel verweist laut Investing.com darauf, dass SK hynix trotz seiner technologischen Führungsposition traditionell mit einem Abschlag gegenüber dem US-Rivalen Micron gehandelt wird. RBC bezifferte diesen Bewertungsabschlag gegenüber US-amerikanischen Speicherherstellern auf etwa 20 bis 25 Prozent. Wolfe verwies auf das aktuelle Bewertungsniveau des ADRs von rund dem Vierfachen des für 2028 erwarteten Gewinns und rechnet in den kommenden Jahren mit einer kräftigen Generierung von freiem Cashflow.
In ihrer Einschätzung sind sich die Analysten einig: Die Kombination aus anhaltend hoher KI-getriebener Nachfrage, branchenweit begrenztem Angebotswachstum, langfristigen Kundenverträgen und der Marktführerschaft bei HBM verschafft SK hynix eine gute Ausgangsposition, um von einem Speicherzyklus zu profitieren, der länger und ertragreicher ausfallen könnte als frühere Aufschwungphasen der Branche.
Frisches Listing mit viel Aufmerksamkeit
Die SK hynix-Aktie ist als Hinterlegungsschein erst seit dem 10. Juli 2026 an der NASDAQ notiert, das Listing war mehrfach überzeichnet. Die neue Analysten-Welle trifft damit auf ein Papier, das noch kein langes Handelsprofil an der US-Börse vorweisen kann, während die koreanische Stammaktie dort schon länger verfolgt wird.
Geschäftszahlen liefern den Unterbau
Im vergangenen Geschäftsjahr steigerte SK hynix den Umsatz auf rund 68,4 Milliarden US-Dollar, ein Plus von rund 41 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Betriebsgewinn kletterte auf rund 33,2 Milliarden US-Dollar und damit um rund 93 Prozent, der Jahresüberschuss legte um rund 108 Prozent zu. Die Analysten stützen ihre positive Sicht auf diesen Rückenwind aus dem Geschäft mit High-Bandwidth-Memory-Chips, die als Schlüsselkomponente für KI-Beschleuniger gelten.
Martina Köhler, Evelyn Schmal, Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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