Aktien von Deutsche Telekom, AT&T & Co. unter Druck: SpaceX greift Mobilfunkanbieter mit Starlink an
Eine Bemerkung auf der ersten Telefonkonferenz von SpaceX als Börsenkonzern belastet Mobilfunkwerte diesseits und jenseits des Atlantiks.
- SpaceX will Starlink zu einem echten Mobilfunkdienst ausbauen
- Deutsche Telekom, Verizon, AT&T und T-Mobile US geraten unter Druck
- Für die Deutsche Telekom zählt die Nachricht besonders wegen T-Mobile US
Die Aussagen von SpaceX-Präsidentin Gwynne Shotwell setzen zur Wochenmitte Mobilfunkwerte unter Druck. Auf der ersten Telefonkonferenz nach dem Börsengang kündigte sie am Dienstag an, den Satellitendienst Starlink zu einem vollwertigen Mobilfunkangebot auszubauen und den drei großen US-Anbietern Kunden abzunehmen. Für die Branche ist das ein Rollenwechsel: SpaceX positioniert sich künftig nicht mehr nur als Ergänzung bestehender Mobilfunknetze, sondern auch als potenzieller Wettbewerber.
SpaceX will Starlink zum echten Mobilfunknetz machen
Grundlage des Vorstoßes: SpaceX vereinbarte 2025 den Erwerb von 65 MHz Spektrum sowie weiterer Mobilfunkspektrum-Lizenzen von EchoStar für insgesamt rund 19,6 Milliarden US-Dollar. Bisher betreibt Starlink nur einen Direktfunk zum Handy über rund 5 Megahertz, die von Netzpartnern geliehen sind. Das gekaufte Spektrum habe terrestrische Komponenten, sagte Shotwell, weshalb SpaceX auch am Boden ein Netz aufbauen wolle. Zusammen mit einer neuen Satellitengeneration soll daraus ein Dienst werden, der die heutige Notversorgung um ein Vielfaches übertrifft. Die nächste Generation der Mobilfunk-Satelliten soll ab 2027 starten.
Aktien von AT&T, Verizon, T-Mobile US und Deutsche Telekom im Blick
Die Nachricht trifft nicht nur die US-Konzerne, sondern auch die Deutsche Telekom, ihre US-Tochter T-Mobile US ist ihr wertvollster Vermögenswert. Entsprechend gibt die Deutsche Telekom-Aktie via XETRA zeitweise um 1,22 Prozent auf 27,51 Euro nach. In den USA notieren auch die Angegriffenen schwächer: Die Verizon-Aktie verliert an der NYSE 3,58 Prozent 45,20 US-Dollar, die AT&T-Aktie 2,99 Prozent auf 22,68 US-Dollar und die T-Mobile US-Aktie 2,88 Prozent 172,11 US-Dollar.
Wie groß die Bedrohung wirklich ist
Für Entwarnung ist es zu früh, für Panik aber auch. Gemessen an den Frequenzpaketen der drei US-Konzerne bleibt das gekaufte Spektrum bescheiden, ein flächendeckendes eigenes Netz müsste erst gebaut werden, und der reguläre Dienst ist frühestens für Ende 2027 angekündigt. Wie teuer der Ausbau wird, zeigt die erste Bilanz nach dem Börsengang: Die Investitionen, die unter anderem durch den Spektrumserwerb stark anstiegen, beliefen sich im zweiten Quartal 2026 auf 18,4 Milliarden US-Dollar, nach 2,8 Milliarden ein Jahr zuvor, während der Umsatz um 92 Prozent auf 7,8 Milliarden US-Dollar zulegte. Ob daraus ein ernsthafter Angriff auf die Platzhirsche wird, hängt weniger an der Ankündigung als am tatsächlichen Netzausbau.
Der nächste belastbare Prüfstein ist weniger die Ankündigung als der Vollzug. Entscheidend wird, wann der Spektrumkauf bei EchoStar abgeschlossen ist und SpaceX das versprochene Netz am Boden tatsächlich zu bauen beginnt. Bis dahin bleibt offen, wie viele Kunden den etablierten Anbietern wirklich abhandenkommen.
Julia Walter, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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