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Hertz-Aktie mit kräftiger Rally: Was hinter dem Kursanstieg steckt


Hertz-Aktie mit kräftiger Rally: Was hinter dem Kursanstieg steckt

Die Hertz-Aktie setzt ihre Rally nach überraschend guten Quartalszahlen fort. Doch die Bilanzzahlen dürften nicht der einzige Grund für den Aufwärtstrend sein.

  • Bereinigter Verlust bei Hertz deutlich besser als erwartet
  • Fintel weist rund 60 Prozent Short Interest aus
  • Hohe Short-Quote verstärkt die Kursdynamik
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Nach überraschend starken Quartalszahlen befindet sich die Aktie von Hertz Global in einer mehrtägigen Rally. Allein am Dienstag gewann sie an der NASDAQ 15,57 Prozent auf 2,45 US-Dollar hinzu und baute ihre Gewinne auf Sicht der letzten fünf Handelstage auf mehr als 57 Prozent aus. Zeitweise geht der Aufwärtstrend am Mittwoch weiter: Die Aktie steigt um weitere 1,33 Prozent auf 2,4174 US-Dollar.

Ein Blick auf die Handelsmechanik zeigt, dass nicht allein das operative Geschäft dahintersteckt.

Die Zahlen, die die Rally auslösten

Der Autovermieter meldete vergangene Woche für das zweite Quartal 2026 einen Umsatz von 2,4 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 10 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, getragen von den höchsten Vermietungserlösen pro Tag in einem zweiten Quartal seit der Sondersituation 2022. Der bereinigte Verlust je Aktie lag bei 0,11 US-Dollar und fiel damit deutlich besser aus als die von Analysten erwartete Verlustmarke von 0,24 US-Dollar. Das bereinigte Konzern-EBITDA kletterte auf 81 Millionen US-Dollar, ein Plus von 63 Millionen US-Dollar gegenüber dem Vorjahresquartal und über der oberen Grenze der eigenen Prognose.

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Hertz begründete die Verbesserung mit einer jüngeren Flotte, die inzwischen zu 94 Prozent aus Fahrzeugen der Modelljahre 2025 und 2026 besteht, sowie mit einer monatlichen Netto-Abschreibung pro Fahrzeug von 302 US-Dollar im Rahmen der eigenen Zielspanne.

Warum Leerverkäufer das Tempo bestimmen

Zum Auslöser der Rally kommt ein struktureller Faktor hinzu: Nach den zuletzt verfügbaren Daten von Fintel lag der Anteil der leerverkauften Hertz-Aktien am Streubesitz bei rund 60 Prozent, bei einer Eindeckungsdauer von gut einem Handelstag. Steigt der Kurs bei einer derart engen Angebotsseite, geraten Leerverkäufer unter Druck, ihre Positionen durch Rückkäufe zu schließen, was den Anstieg zusätzlich beschleunigt. Genau dieses Muster hatte 2021 die GameStop-Aktie zum Symbol des Meme-Aktien-Booms gemacht, auch wenn die Ausgangslage bei Hertz mit rund 60 Prozent noch unter dem damaligen GameStop-Extrem liegt. In Reddit-Foren wie WallStreetBets wird der Kursverlauf entsprechend intensiv diskutiert, was die Nachfrage privater Trader zusätzlich befeuert.

Hertz-Aktie: Der Kontrast zur Wachstumsstory

Die Unternehmensführung um Hertz-Chef Gil West wertet die jüngsten Quartalszahlen als Beleg für den Erfolg der eigenen Sanierungsstrategie, die auf eine jüngere Flotte, disziplinierte Preisgestaltung und geringere Kosten pro Fahrzeug setzt. Das operative Bild hat sich damit tatsächlich verbessert. Die Bilanz erzählt jedoch eine vorsichtigere Geschichte: Zum 31. Dezember 2025 wies Hertz ein negatives Eigenkapital von rund 459 Millionen US-Dollar sowie eine Gesamtverschuldung (Total Debt) von rund 17,05 Milliarden US-Dollar aus, hinzu kamen weitere Verbindlichkeiten etwa aus Leasingverhältnissen. Ein einzelnes starkes Quartal ändert an dieser Kapitalstruktur wenig, und ein Großteil des aktuellen Kurssprungs könnte technischer Natur sein, getrieben von Positionsschließungen statt von einer grundlegenden Neubewertung des Geschäfts.

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Ob die Bewegung trägt, entscheidet sich an der nächsten offiziellen Meldung zur Short-Quote der Aktie, die üblicherweise Mitte des Monats veröffentlicht wird und zeigen dürfte, ob Leerverkäufer ihre Positionen bereits eingedeckt haben oder an der Wette weiter festhalten.

Claudia Stephan, Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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