Arbeitgeberpräsident kritisert Überregulierung
BERLIN (Dow Jones)--Der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Rainer Dulger, hat die Bundesregierung aufgefordert, Deutschland aus der Rezession herauszuführen. Die Politik müsse dringend etwas tun, damit die Bundesrepublik nicht abgehängt werde, sagte Dulger im Deutschlandfunk. Gemeinsam wolle man nach Lösungen suchen, damit das Land ein starker Wirtschaftsstandort mit einem starken Sozialsystem und ein stabiler internationaler Partner bleibe, sagte er mit Blick auf den am Morgen beginnenden Arbeitgebertag. Als Hauptprobleme nannte Dulger den Fachkräftemangel, Schwächen im Bildungssystem, die marode Infrastruktur und zu hohe Strompreise.
Die Gesamtheit aller Baustellen ließen in Deutschland das Maß des Erträglichen übersteigen, so Dulger. Hinzu kämen eine Vielzahl von bürokratischen Vorschriften von der EU. Auch in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ging Dulger hart mit der Bundesregierung ins Gericht. "Wir erleben einen wirtschaftspolitischen Stillstand in der Zeitenwende", sagte er dem Blatt. "Wir haben keinen wettbewerbsfähigen Standort mehr." Deutschland stecke als einziges europäisches Land in der Rezession und habe wirtschaftlich große Probleme. "Aber Teile der Ampel hören uns nicht zu", kritisierte Dulger, der am Vortag für zwei weitere Jahre als Arbeitgeberpräsident bestätigt worden war.