Ausblick belastet

Tinder dreht auf - doch die Match-Aktie stürzt ab: Das steckt hinter dem Kursrutsch


Tinder dreht auf - doch die Match-Aktie stürzt ab: Das steckt hinter dem Kursrutsch

Tinder zeigt deutliche Fortschritte bei den Nutzertrends, doch die Konzernmutter gerät nach den Quartalszahlen dennoch unter Druck. Dabei gibt es einen großen Belastungsfaktor.

  • Rückgang der täglich aktiven Tinder-Nutzer so gering wie seit zehn Quartalen nicht mehr
  • Match Group-Aktie dennoch tiefrot
  • Prognose enttäuscht
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Die Match Group-Aktie steuert am Mittwoch auf einen deutlichen Kursrutsch zu: Nach den am Vorabend nach US-Börsenschluss vorgelegten Zahlen zum zweiten Quartal fällt der Kurs des Titels an der NASDAQ um 7,54 Prozent auf 38,13 US-Dollar. Dabei zeigt sich bei der größten Marke des Tinder-Mutterkonzerns eine deutliche Verbesserung bei der Entwicklung der täglich aktiven Nutzer: Deren Rückgang fällt so gering aus wie seit zehn Quartalen nicht mehr.

Tinder stabilisiert Entwicklung bei täglich aktiven Nutzern

Bei der Dating-App Tinder fällt der Rückgang der täglich aktiven Nutzer (DAU) im Jahresvergleich mit 4 Prozent so gering aus wie seit zehn Quartalen nicht mehr. Auch bei den monatlich aktiven Nutzern verbessert sich der Trend in den fünf umsatzstärksten Ländern der Marke sowie unter weiblichen Nutzerinnen. Nach eigenen Angaben hat sich die Entwicklung im Juli weiter verstärkt, getragen von überarbeiteten Empfehlungsalgorithmen und einem kompletten Markenrelaunch. Parallel wächst die Schwestermarke Hinge im Jahresvergleich um 22 Prozent beim Umsatz und um 13 Prozent bei den monatlich aktiven Nutzern, gestützt von Neustarts in sechs weiteren europäischen und vier lateinamerikanischen Ländern.

Konzernzahlen übertreffen die eigene Prognose

Der Konzernumsatz sinkt im zweiten Quartal um 1 Prozent auf 853 Millionen US-Dollar und bewegt sich damit innerhalb der eigenen Prognosespanne von 850 bis 860 Millionen US-Dollar. Das bereinigte EBITDA klettert um 14 Prozent auf 331 Millionen US-Dollar und übertrifft damit die Zielspanne von 325 bis 330 Millionen US-Dollar. Der Nettogewinn steigt um 36 Prozent auf 171 Millionen US-Dollar, die Marge verbessert sich von 15 auf 20 Prozent. Die Zahl der zahlenden Nutzer sinkt zwar um 6 Prozent auf 13,3 Millionen, doch der durchschnittliche Umsatz je zahlendem Nutzer legt um 6 Prozent auf 21,13 US-Dollar zu.

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Match Group-Aktie bricht trotz solider Bilanz ein

Operativ liefert Match Group auf mehreren Ebenen mehr als angekündigt, dennoch reagiert die Börse mit einem deutlichen Kursrückgang. Für das dritte Quartal stellt der Konzern einen weiteren Umsatzrückgang von 2 bis 3 Prozent auf 885 bis 895 Millionen US-Dollar in Aussicht, beim bereinigten EBITDA wird ein Plus von rund 10 Prozent auf 330 bis 335 Millionen US-Dollar erwartet. Zusätzlich beschließt der Vorstand eine Quartalsdividende von 0,20 US-Dollar je Aktie, zahlbar am 20. Oktober 2026 an im Aktienregister erfasste Anteilseigner vom 5. Oktober 2026.

Ein weiterer Erklärungsansatz für den Kursrückgang liegt auf der Kostenseite: Der Vertriebs- und Marketingaufwand steigt im Jahresvergleich um 7 Prozent auf rund 158 Millionen US-Dollar, während sich der Rückgang bei den zahlenden Nutzern fortsetzt. Ob sich die im Juli beobachtete Stabilisierung bei Tinder im dritten Quartal auch in den Zahlungszahlen niederschlägt, dürfte die nächste richtungsweisende Marke für die Match Group-Aktie sein.

Claudia Stephan, Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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