Ausblick bestätigt

LANXESS-Aktie verliert: Weiterhin Belastung durch schwache Konjunktur - erste Lichtblicke erkennbar


LANXESS-Aktie verliert: Weiterhin Belastung durch schwache Konjunktur - erste Lichtblicke erkennbar

Der Spezialchemiekonzern LANXESS hat im zweiten Quartal weiter unter dem schwachen konjunkturellen Umfeld gelitten, aber auch erste Lichtblicke am Horizont ausgemacht.

Umsatz und operative Gewinne stiegen leicht, zumindest nach den berichteten Zahlen ergab sich unter dem Strich ein Verlust. Seine Jahresprognose bekräftigte der Kölner Konzern.

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"Im zweiten Quartal hat sich die erwartete Dynamik bestätigt, und wir konnten von einer gestiegenen Nachfrage profitieren, auch durch temporäre Effekte infolge des Konflikts im Nahen Osten", sagte CEO Matthias Zachert. Erstmals seit einem Jahr habe der MDAX-Konzern Steigerungen der Mengen und Preise wieder zeitgleich umsetzen können. "Allerdings ist kein nachhaltiger Aufschwung der Nachfrage in unseren Kernmärkten in Sicht, und die Marktbedingungen bleiben weiter anspruchsvoll." Er rechne bis Ende des Jahres wohl nicht mit weiteren konjunkturellen Impulsen, erwarte dafür aber aus den Kostensenkungsprogrammen höhere Beiträge als im ersten Halbjahr.

Im Quartal steigerte LANXESS das EBITDA vor Sondereinflüssen leicht, auf 152 Millionen Euro von 150 Millionen im Vorjahr. In der Konsensprognose waren 151 Millionen Euro erwartet worden. Hier hatte sich LANXESS selbst 130 bis 150 Millionen Euro zum Ziel gesetzt. Die entsprechende Marge verschlechterte sich allerdings, auf 9,7 Prozent von 10,2 Prozent im Vorjahr. Analysten hatten im Mittel 9,7 Prozent erwartet.

Der Umsatz legte um 6 Prozent auf 1,561 Milliarden Euro zu. Die Konsensschätzung hatte auf 1,546 Milliarden Euro Umsatz gelautet.

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Unterm Strich ergab sich nach den berichteten Zahlen ein Verlust von 53 Millionen Euro verglichen mit minus 45 Millionen Euro im Vorjahr. Auf bereinigter Basis ergab sich ein Gewinn je Aktie. Dieser lag bei 0,51 Euro und somit unter dem Vorjahreswert von 0,59 Euro, er fiel aber höher aus als die im Konsens geschätzten 0,38 Euro.

Durch den Iran-Krieg sind die Lieferketten vieler asiatischer Wettbewerber gestört, so dass sich Kunden wieder stärker europäischen Anbietern zuwenden. Lieferfähigkeit ist zu einem bedeutenden Wettbewerbsvorteil geworden. Zudem hatte LANXESS frühzeitig die Preise vieler Produkte erhöht, um die gestiegenen Kosten für Rohstoffe, Energie und Logistik weiterzugeben. Seit März hatte CEO Zachert "leicht positives Momentum" ausgemacht.

Für 2026 rechnet LANXESS weiterhin mit einem EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 450 und 550 Millionen Euro. In der Mitte der Spanne wären das 10 Millionen Euro weniger als 2025.

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LANXESS-CEO: Rhein-Niedrigwasser schränkt Produktion bisher nicht groß ein

Der Spezialchemiekonzern LANXESS mit Sitz in Köln hat nach eigenen Angaben "bisher keine größeren Produktionseinschränkungen" durch das Rhein-Niedrigwasser verzeichnet, plädiert allerdings für "aktives Krisenmanagement". Wie LANXESS-CEO Matthias Zachert in der Medientelefonkonferenz zu den 2Q-Ergebnissen erläuterte, habe ein kleinerer Betrieb mangels Ware kurzfristig nicht produzieren können, aber die großen Betriebe des Unternehmens seien bisher in Betrieb gewesen.

Wegen des Rhein-Niedrigwassers seien die Schiffe nur begrenzt beladbar, einzelne Lade- und Entladestellen nicht mehr erreichbar. Im Konzern sei eher die Anlieferung von Ware als der Abtransport betroffen. Man versuche, Transport auf Straße und Schiene zu verlagern, wo technisch und kurzfristig möglich, so Zachert. Dazu stehe der Konzern "in engem Austausch mit Lieferanten und Logistikern" und habe eine Taskforce gebildet.

Pro Jahr bekomme LANXESS Materialien in einer Größenordnung 400.000 Tonnen über den Rhein angeliefert, in absoluten Zahlen sei das eine relevante Größe, so Zachert. LANXESS hat Werke in Leverkusen, Krefeld und einen Standort in Dormagen, die über den Rhein beliefert werden.

Einem Unternehmenssprecher zufolge gehören beispielsweise Toluol, Salpetersäure und Schwefel zu den wichtigsten Rohstoffen, die bei LANXESS per Schiff angeliefert werden.

LANXESS-Aktie sehr schwach - Schwieriges Umfeld

Unter Druck geraten sind am Freitag nach Quartalszahlen die Papiere von LANXESS. Die LANXESS-Aktie fällt via XETRA zeitweise 5,01 Prozent auf 16,32 Euro. Von der 200-Tage-Linie, die Hinweise auf den längerfristigen Trend gibt und bei LANXESS derzeit abwärtsgerichtet verläuft, entfernte er sich damit wieder etwas. Am Vortag hatten die LANXESS-Aktien noch versucht, die viel beachtete gleitende Durchschnittslinie der letzten 200 Tage zu überwinden.

Der Spezialchemiekonzern hatte im zweiten Quartal zwar von Problemen der asiatischen Konkurrenz durch den Iran-Krieg profitiert. Dieser erschwerte die Öl- und Gasversorgung in Teilen Asiens. Insgesamt bleibt das Umfeld aber schwierig. Vorstandschef Matthias Zachert betonte, es sei "kein nachhaltiger Aufschwung der Nachfrage in unseren Kernmärkten in Sicht", die Marktbedingungen blieben anspruchsvoll. LANXESS bestätigte das Jahresgewinnziel und setzt weiter auf Einsparungen.

Seit Jahresanfang haben Anleger mit LANXESS-Papieren gut 7 Prozent verloren, damit schneiden sie klar schlechter ab als er europäische Chemiesektor, der für 2026 ein Plus von fast 18 Prozent verzeichnet.

Analyst Marcus Dunford-Castro vom Investmenthaus Jefferies stufte LANXESS nach der Zahlenvorlage weiter mit "Underperform" ein. Chetan Udeshi von JPMorgan blieb auf "Neutral"; auf ihn wirkt der Ausblick von LANXESS eher beruhigend. Udeshi hob den im zweiten Quartal im Vergleich zu seiner Erwartung erheblich besseren freien Barmittelfluss hervor - ungeachtet des inflationären Umfelds.

DOW JONES /FRANKFURT (dpa-AFX)

Bildquellen: LANXESS, 360b / Shutterstock.com

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