BDEW sieht immense Herausforderung für Versorgungssicherheit mit Strom
Von Andrea Thomas
BERLIN (Dow Jones)--Die deutsche Energiewirtschaft sieht Deutschland vor "immensen Herausforderung", um Deutschlands Versorgungssicherheit mit Strom bis 2031 zu gewährleisten. Der Monitoringbericht der Bundesnetzagentur zur Versorgungssicherheit Strom für die Jahre bis 2031 sei keine robuste Überprüfung der Versorgungssicherheitssituation, sondern zeige lediglich, dass die Stromversorgung nur bei Erfüllung von bestimmten Annahmen gewährleistet sei, wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) erklärte.
"Ohne substanziell verbesserte Rahmenbedingungen ist das bis 2030 kaum zu schaffen", warnte Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. "Deutschland muss einen Spurt in nie gekannter Geschwindigkeit hinlegen, wenn diese Transformation zum klimaneutralen Stromsystem bis 2035 bei gleichzeitigem Kohleausstieg bis 2030 tatsächlich erreicht werden soll."
Die politischen Zielsetzungen seien enorm herausfordernd und bisher nur teilweise mit Maßnahmen unterlegt. "Sie sind nur erreichbar, wenn sämtliche Annahmen und Prämissen des Berichts zeitgerecht und vollumfänglich erfüllt werden", so Andreae. Dies betreffe die Ausbauziele für erneuerbaren Energien, den Zubau von wasserstofffähigen Kraftwerken, den Netzausbau sowie eine Vielzahl von weiteren Entwicklungen bis 2030.
So sei etwa eine Verdreifachung der Ausbaugeschwindigkeit im Bereich regenerativer Energien erforderlich. Gleichzeitig müssten die im Bericht der Bundesnetzagentur aufgeführten Flexibilitätspotenziale, die beispielsweise über E-Autos, Elektrolyseure oder solare Heimspeicher aktiviert werden sollen, tatsächlich abrufbar und in der Lage sein, einen Beitrag zur Versorgungssicherheit zu leisten.
All dies sei eine immense Herausforderung. Hinzu komme, dass das wirtschaftliche Umfeld insbesondere für Energieversorgungsunternehmen derzeit enorm schwierig sei und zugleich das Zeitfenster bis zu den Zieljahren 2030/2031 immer kleiner werde. Laut BDEW werden die 2020er Jahre zum "herausforderndsten" Jahrzehnt der Energiewende.