BDEW will 15 Millionen-E-Auto-Strategie


Von Andreas Kißler

BERLIN (Dow Jones)--Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hat eine Strategie angemahnt, um das Ziel von 15 Millionen Elektroautos bis zum Jahr 2030 zu erreichen. "Der Fahrzeugmarkt wächst stabil, aber die 15 Millionen E-Pkw, die laut Koalitionsvertrag und laut Expertenbeirat Klimaschutz 2030 auf den Straßen fahren sollen, erreichen wir damit nicht", betonte die Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, Kerstin Andreae. "Hierfür braucht es eine 15 Millionen-E-Auto-Strategie, die mehr vollelektrische Fahrzeuge auf die Straße bringt", forderte sie bei einer Pressekonferenz.

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2022 sei ein "Rekordjahr" sowohl bei den Zulassungen von E-Fahrzeugen als auch beim Zubau von Ladepunkten und Ladeleistung gewesen. "Noch nie wurden so viele vollelektrische Autos zugelassen und noch nie so viele Ultra-Schnellladepunkte gebaut", erklärte der Verband im neuen BDEW-Elektromobilitätsmonitor. "Deutschland ist Leitmarkt für Elektromobilität", sagte Andreae. Die Ultra-Schnellladepunkte mit einer Ladeleistung von über 150 kW hätten um 80 Prozent von 3.851 auf 7.037 Ladepunkte zugelegt. "Das zeigt: Der Elektromobilitätsmarkt entwickelt sich schnell und dynamisch."

Mit Blick auf die Fahrzeugseite lasse sich zwar festhalten, dass die Zulassungszahlen seit 2020 spürbar angezogen hätten. "Es muss schneller gehen, wenn wir die Klimaziele erreichen wollen", mahnte Andreae aber. Schreibe man den Status quo fort, würden bis 2030 hochgerechnet nur 8 Millionen Fahrzeuge zugelassen. Nötig seien deshalb mehr Maßnahmen mit Hebelwirkung. Erforderlich sei insbesondere ein Zugang zu Flächen der öffentlichen Hand. "Das ist ein entscheidender Punkt für den Zubau von Ladeinfrastruktur", betonte sie. "Wenn die Flächen vorhanden sind, dann wird die Ladeinfrastruktur ausgebaut." Dasselbe gelte für Förderprogramme.

Die geforderte Strategie soll laut Andreae neben mehr Zugang zu Flächen der öffentlichen Hand unter anderem auch Maßnahmen zu Fahrzeugverfügbarkeiten und Preisgestaltungen enthalten und Maßnahmen der betroffenen Branchen und der Kommunen zusammenbringen. "Noch nicht ausreichend gehoben" sah Andreae auch ein Potenzial bei den Arbeitgebern durch Berücksichtigung von Elektromobilität bei Dienstwagen. Andreae forderte, man dürfe nicht nur über Ladeinfrastruktur sprechen, nötig sei vielmehr "ein Gleichlauf von Ladeinfrastruktur und Elektrofahrzeugen".

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Kontakt zum Autor: andreas.kissler@wsj.com

DJG/ank/sha

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April 18, 2023 06:54 ET (10:54 GMT)