Siemens Energy-Aktie vor Quartalszahlen deutlich fester: Ist der Kurs schon zu weit gelaufen?
Frische Kurszielanhebungen treffen auf eine anspruchsvolle Bewertung, bevor Siemens Energy die entscheidenden Quartalszahlen vorlegt.
- Drei Analysehäuser bekräftigten zuletzt ihre Kaufempfehlung
- Mittleres Kursziel liegt bei 193,80 Euro, acht Häuser raten zum Kauf
- Barclays bleibt mit einer Herabstufung auf Underweight der große Skeptiker
Die Siemens Energy-Aktie zieht via XETRA zeitweise um 2,77 Prozent auf 151,62 Euro an, einen Tag bevor der Energietechnikkonzern am Mittwoch die Zahlen zum dritten Geschäftsquartal vorlegt. Den Rückenwind liefern mehrere im Juli bekräftigte Kaufvoten: Deutsche Bank, JPMorgan und UBS sehen das Papier bei 200, 235 beziehungsweise 210 Euro fair bewertet, der Marktschnitt aller Analysten liegt bei 193,80 Euro. Für Anleger drängt sich damit die Frage auf, ob die Bewertung der Wachstumsstory noch gerecht wird oder bereits vorauseilt.
Drei Kaufvoten für Siemens Energy-Aktie trotz Gegenwind vom US-Konkurrenten
Die Deutsche Bank beließ am 23. Juli die Einstufung Buy mit Kursziel 200 Euro, nachdem die Zahlen des US-Konkurrenten GE Vernova durchwachsen ausgefallen waren. JPMorgan bekräftigte einen Tag zuvor Overweight mit Kursziel 235 Euro und bezeichnete den Kursrückschlag von bis zu 9 Prozent, den die GE Vernova-Zahlen ausgelöst hatten, als unbegründet. UBS hob das Kursziel bereits am 20. Juli von 175 auf 210 Euro an und erhöhte die Ebita-Schätzungen bis 2029 im Schnitt um 11 Prozent, mit dem Argument, das Gasgeschäft habe im laufenden Geschäftsjahr seinen Zenit noch nicht erreicht. Insgesamt stufen acht von elf ausgewerteten Häusern die Aktie als Kauf ein, zwei zum halten und nur ein Haus rät zum Verkauf.
Rekordauftragsbestand und angehobene Konzernziele stützen die Bullen
Der Optimismus fußt auf einer Bilanz, die sich seit dem Frühjahr deutlich verbessert hat. Siemens Energy hatte die Jahresprognose für das bis Ende September laufende Geschäftsjahr im April angehoben und stellt seither ein Umsatzwachstum von 14 bis 16 Prozent sowie einen Nettogewinn von rund 4 Milliarden Euro in Aussicht. Im zweiten Geschäftsquartal, vorgelegt im Mai, kletterte der Umsatz auf 10,29 Milliarden Euro nach 9,96 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum, der Gewinn pro Aktie stieg auf 0,89 Euro nach 0,50 Euro ein Jahr zuvor. Am 24. April hatte das Papier bei 191,66 Euro sein bisheriges Rekordhoch markiert.
Siemens Energy-Aktie: Barclays bleibt der große Gegenpol
Nicht jedes Haus teilt diese Zuversicht. Barclays stufte die Aktie Anfang Juli auf Underweight herab und argumentierte, der Markt preise bei Gasturbinen bereits ein dauerhaftes Boomszenario ein, das kaum Spielraum für Enttäuschungen lasse.
Ob die Erholung bei Netzausbau und Gasturbinen das schwächelnde Windgeschäft weiter kompensieren kann, dürfte sich am morgigen Mittwoch entscheiden. Maßgeblich wird sein, ob der Auftragseingang das hohe Tempo hält oder sich die von Barclays erwartete Normalisierung bereits in den Zahlen zeigt.
Thomas Zoller, Redaktion finanzen.net
Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar.
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Bildquellen: Siemens Energy AG, Siemens Energy AG