Bewertungstief

NVIDIA-Aktie so günstig wie seit 2015 nicht: Warum Anleger trotzdem zögern


NVIDIA-Aktie so günstig wie seit 2015 nicht: Warum Anleger trotzdem zögern

Die NVIDIA-Aktie ist so günstig bewertet wie seit über einem Jahrzehnt nicht mehr, dennoch halten sich Käufer zurück. Das steckt dahinter.

  • Forward-KGV von NVIDIA fällt auf niedrigsten Stand seit April 2015
  • NVIDIA verliert zeitweise Krone als wertvollster Konzern der Welt an Apple
  • Sorgen um Chinas Chipmaschinen und eine mögliche OpenAI-Vereinbarung belasten
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Die NVIDIA-Aktie ist so günstig bewertet wie seit mehr als elf Jahren nicht mehr: Wie aus Daten von Dow Jones Market Data hervorgeht, über die Barron's berichtet, sank das Forward KGV des Chipkonzerns Ende Juli zeitweise auf rund 18 und damit auf den niedrigsten Stand seit dem 6. April 2015. Dennoch bleiben Käufer bisher tendenziell zurückhaltend. Auch verlor NVIDIA zeitweise die Krone als wertvollster Konzern der Welt an Apple.

NVIDIA-Aktie: Forward-KGV auf niedrigstem Stand seit 2015

Ein Forward-KGV von rund 18 gilt für einen Konzern mit der Marktstellung von NVIDIA im Chipsektor als niedrig, zumal die Kennzahl zuletzt im April 2015 auf einem vergleichbaren Niveau lag, also lange bevor der aktuelle Boom rund um künstliche Intelligenz überhaupt begann. Als möglichen Silberstreif nennt Barron’s die laufende Berichtssaison der großen Technologiekonzerne, in der sich weiterhin zeigen dürfte, ob die Investitionen in KI-Infrastruktur erneut zunehmen.

Apple übernimmt zeitweise die Krone als wertvollster Konzern

Den Titel des wertvollsten Konzerns der Welt reichte NVIDIA sogar vorübergehend an Apple weiter. Der Wechsel an der Spitze fiel in einen breiteren Ausverkauf im Halbleitersektor, der auch andere Chipwerte erfasst hat - wenngleich sich die Rangfolge mittlerweile wieder umgekehrt hat. Ob es dabei bleibt, hängt aus Sicht von Barron‘s stark davon ab, wie der Markt die anstehenden Ausgabenpläne der Technologiebranche für KI-Infrastruktur aufnimmt.

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Sorgen um Chinas Chipmaschinen und eine mögliche OpenAI-Vereinbarung

Zu den Belastungsfaktoren zählt laut Barron's ein Bericht, wonach ein chinesisches Unternehmen mit der Serienfertigung wichtiger Maschinen für die Chipproduktion begonnen hat, was Sorgen um zusätzliche Konkurrenz in der Lieferkette schürt. Hinzu kommt eine weitere Nachricht, die nach Angaben von Barron's zuerst das Wall Street Journal veröffentlichte: NVIDIA verhandelt demnach über eine Garantie im Volumen von 250 Milliarden US-Dollar zur Finanzierung eines Rechenzentrumsprojekts von OpenAI in Ohio. Beide Themen dürften nach Einschätzung des Magazins stärker auf die Stimmung gedrückt haben als die Bewertungskennzahl selbst.

Ein niedriges KGV allein schützt zudem nicht vor weiteren Rückschlägen. Fällt die Nachfrage nach KI-Chips schwächer aus als erwartet oder verzögert sich der milliardenschwere Ausbau der Rechenzentren, kann sich die günstige Bewertung schnell relativieren.

Anleger richten den Blick nun auf die anstehenden Quartalszahlen mehrerer großer Technologiekonzerne in den kommenden Tagen. Dort dürfte sich entscheiden, ob die Ausgaben für KI-Infrastruktur weiter Fahrt aufnehmen und ob die aktuelle Zurückhaltung bei NVIDIA von kurzer Dauer bleibt. Am Montag zeigte die Aktie bereits erste Erholungstendenzen: Im NASDAQ-Handel legte der Kurs letztlich um 2,93 Prozent auf 206,64 US-Dollar zu.

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Bettina Schneider, Thomas Zoller, Julia Walter, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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