Bilanz mit Sondereffekt

Lumentum-Aktie springt nach starkem Quartal und optimistischer Prognose deutlich an


Lumentum-Aktie springt nach starkem Quartal und optimistischer Prognose deutlich an

Ein Buchverlust von 7,2 Milliarden US-Dollar überschattet auf den ersten Blick ein Quartal, das operativ jedoch deutlich stärker ausfiel als erwartet.

  • Optische Komponenten für KI-Rechenzentren treiben das Wachstum kräftig an
  • Ein einmaliger Sondereffekt aus Wandelanleihen verzerrt die GAAP-Bilanz
  • Die Prognose liegt klar über den Erwartungen der Analysten
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Die Lumentum-Aktie legt im NASDAQ-Handel zeitweise 11,63 Prozent auf 916,00 US-Dollar zu, nachdem der Hersteller optischer Komponenten für das vierte Fiskalquartal 2026 Umsatz und Gewinn über den Analystenschätzungen auswies. Auch die Prognose für das kommende Quartal übertrifft den Konsens deutlich, getragen von starker Nachfrage nach Optik-Technik für KI-Infrastruktur.

Starke Nachfrage nach KI-Optik treibt Zahlen

Lumentum meldete am Dienstag einen Nettoumsatz von 1,01 Milliarden US-Dollar für das vierte Fiskalquartal. Das lag über der Analystenschätzung von 987,9 Millionen US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 3,23 US-Dollar und übertraf den Konsens von 2,97 US-Dollar. Der Umsatz mit Komponenten, dem größten Geschäftsbereich, verdoppelte sich im Jahresvergleich auf 649,4 Millionen US-Dollar.

CEO Michael Hurlston führte die Entwicklung auf zunehmende Anforderungen bei KI-Rechenlasten zurück: Sowohl Geschwindigkeit als auch Bandbreite würden Rechenzentrums-Architekten dazu bewegen, verstärkt auf optische Verbindungen als primäres Mittel der Konnektivität zu setzen. Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 wuchs der Umsatz auf 3,01 Milliarden US-Dollar, nach 1,645 Milliarden US-Dollar im Vorjahr, während der Non-GAAP-Gewinn je Aktie von 2,06 auf 8,67 US-Dollar stieg.

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Prognose übertrifft Konsens, Sondereffekt belastet Lumentum-Bilanz

Unter dem Strich wies Lumentum für das vierte Quartal jedoch einen GAAP-Nettoverlust von 7,2 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 84,65 US-Dollar je verwässerter Aktie aus. Ursache war ein einmaliger, nicht zahlungswirksamer Verlust aus der Tilgung von Wandelanleihen der Jahrgänge 2026, 2028 und 2029 in Höhe von 7,8 Milliarden US-Dollar, die in Eigenkapital umgewandelt wurden. Zum Quartalsende verfügte Lumentum über 2,7 Milliarden US-Dollar an Barmitteln und kurzfristigen Investitionen.

Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 stellte Lumentum derweil einen Umsatz zwischen 1,23 und 1,28 Milliarden US-Dollar in Aussicht, während Analysten im Schnitt lediglich 1,16 Milliarden US-Dollar erwartet hatten. Beim bereinigten Gewinn je Aktie rechnet das Unternehmen mit 4,05 bis 4,35 US-Dollar, verglichen mit einer Konsensschätzung von 3,61 US-Dollar. In der Mitteilung ergänzte Hurlston, die Nachfrage nach KI-Anwendungen treibe den Mittelwert der Umsatzprognose auf 1,25 Milliarden US-Dollar und lasse das Unternehmen sein Zielmodell mehr als ein Quartal früher als geplant erreichen.

Institutionelle Investoren reagieren positiv

Nach der Pflichtmeldungen für das zum 30. Juni endende Quartal bauten die institutionellen Investoren Renaissance Technologies, Tiger Global Management und Insight Holdings neue Positionen in der Lumentum-Aktie auf. Zusätzlich sicherte sich das Unternehmen einen langfristigen Abnahmevertrag über Indiumphosphid-Substrate bis 2031 mit dem Zulieferer AXT, der Anzahlungen von insgesamt 87 Millionen US-Dollar umfasst. Bereits am 7. August war die Aktie um rund 6 Prozent gestiegen, ausgelöst durch Medienberichte über einen möglichen Vorstoß der US-Regulierungsbehörde FCC, Importe neuer chinesischer optischer Transceiver zu blockieren.

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Der nächste Zahlentermin ist vorläufig für den 10. November vorgesehen, an dem sich zeigen dürfte, ob die optimistische Prognose tatsächlich Bestand hat und wie sich der Sondereffekt in den folgenden Quartalen auf die Bilanz auswirkt.

Evelyn Schmal, Bettina Schneider, Thomas Zoller, Redaktion finanzen.net

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