Birkenstock-Quartalszahlen

Birkenstock-Aktie gesucht: Umsatz wächst zweistellig - Prognose angehoben


Birkenstock-Aktie gesucht: Umsatz wächst zweistellig - Prognose angehoben

Ein Rekordquartal beim Umsatz und eine angehobene Jahresprognose lassen die Aktie an der NYSE deutlich zulegen.

  • Starkes DTC-Wachstum treibt das Geschäft in allen drei Weltregionen an
  • Millionenschwerer Aktienrückkauf drückt kurzfristig auf den Gewinn pro Aktie
  • Vorstandsmitglied Alexandre Arnault tritt zurück, Nachfolger wird gesucht
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Birkenstock hat die Ergebnisse für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 vorgelegt und dabei die eigene Jahresprognose angehoben. Der Umsatz kletterte deutlich, getragen von starkem Wachstum im Direktvertrieb an Endkunden. An der NYSE springt die Aktie im Handel zeitweise um 12,85 Prozent auf 41,46 US-Dollar nach oben.

Birkenstock-Aktie steigt: Umsatzwachstum am oberen Ende der Zielspanne

Birkenstock, Hersteller von Sandalen, Clogs und weiteren Komfortschuhen auf Basis des markeneigenen Kork-Latex-Fußbetts, meldete heute einen Quartalsumsatz von 719,5 Millionen Euro. Das entspricht einem Plus von 13 Prozent auf berichteter Basis und von 15 Prozent währungsbereinigt und erreichte damit beim währungsbereinigten Wachstum das obere Ende der eigenen Zielspanne von 13 bis 15 Prozent. Besonders das Direct-to-Consumer-Geschäft (DTC) legte mit 14 Prozent (16 Prozent währungsbereinigt) stärker zu als der Großhandel mit 13 Prozent Wachstum. Regional wuchs Amerika um 11 Prozent, EMEA um 15 Prozent und APAC um 18 Prozent, jeweils auf berichteter Basis.

Auf der Kostenseite zeigte sich Gegenwind: Die Bruttomarge sank um 140 Basispunkte auf 59,1 Prozent, belastet durch Wechselkurseffekte, höhere US-Zölle und den Produktmix. Das bereinigte EBITDA stieg dennoch um 11 Prozent auf 242,5 Millionen Euro, während die bereinigte EBITDA-Marge um 70 Basispunkte auf 33,7 Prozent nachgab. CEO Oliver Reichert erklärte laut Unternehmensmitteilung, das Unternehmen habe im Quartal außergewöhnlich gut performt und die Markenstärke erneut unter Beweis gestellt. Die Jahresprognose sei daraufhin angehoben worden.

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Rückkauf und Refinanzierung drücken auf den Gewinn

Der Nettogewinn fiel im Quartal um 15 Prozent auf 109,6 Millionen Euro, das Ergebnis je Aktie sank von 0,69 auf 0,60 Euro. Grund waren nicht wiederkehrende, nicht zahlungswirksame Aufwendungen von 22 Millionen Euro im Zusammenhang mit einem beschleunigten Aktienrückkauf und einer Anleihenrefinanzierung. Bereinigt um diese Effekte stieg der Nettogewinn dagegen um 15 Prozent auf 133,6 Millionen Euro, das bereinigte Ergebnis je Aktie legte um 19 Prozent auf 0,74 Euro zu.

Ende Juni schloss Birkenstock den beschleunigten Aktienrückkauf über 230 Millionen Euro ab und reduzierte damit die Aktienzahl um 6 Millionen Stück. Bereits Mitte Juni hatte das Unternehmen Senior Notes über 900 Millionen Euro mit einem Zinssatz von 4,50 Prozent begeben, um damit 428,5 Millionen Euro einer höher verzinsten Anleihe zurückzuzahlen; die zusätzliche Liquidität soll künftige Aktienrückkäufe von bis zu 500 Millionen US-Dollar ermöglichen. Zum Quartalsende verfügte Birkenstock über liquide Mittel von 693,6 Millionen Euro, die Nettoverschuldung stieg im Verhältnis zum EBITDA auf das 1,8-fache gegenüber dem 1,5-fachen zum Ende des vorigen Geschäftsjahres. Im Berichtszeitraum eröffnete das Unternehmen 13 neue eigene Stores, womit die Zahl eigener Filialen auf 124 stieg.

Angehobene Prognose für das laufende Jahr

Für das Gesamtjahr 2026 rechnet Birkenstock nun mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum von 15 Prozent statt zuvor 13 bis 15 Prozent, der berichtete Umsatz soll am oberen Ende der Spanne von 2,30 bis 2,35 Milliarden Euro liegen. Das bereinigte EBITDA wird auf mindestens 710 Millionen Euro angehoben, nach zuvor 700 Millionen Euro, bei einer Marge von 30,2 bis 30,5 Prozent. Wegen nicht abzugsfähiger Aufwendungen aus Refinanzierung und Aktienrückkauf steigt die erwartete Steuerquote auf 30 bis 31 Prozent, die Nettoverschuldungs-Zielquote auf etwa das 1,6- bis 1,7-fache des EBITDA.

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Thomas Zoller, Martina Köhler, Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net

Bildquellen: sylv1rob1 / Shutterstock.com, T. Schneider / Shutterstock.com

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