Bitkom: Knapp Hälfte der Unternehmen ohne Notfallplan für Cyberattacken
BERLIN (Dow Jones)--Nur jedes zweite Unternehmen hat einen Notfallplan für Cyberattacken aufgestellt. Das ergab eine Umfrage des Digitalverbands Bitkom. Demnach verfügen nur 54 Prozent über einen Plan mit schriftlich geregelten Abläufen und Ad-hoc-Maßnahmen für den Fall von Datendiebstahl, Spionage oder Sabotage. Dabei sind größere Unternehmen besser als kleinere Betriebe vorbereitet.
"Bei der Abwehr eines Cyberangriffs ist Zeit eine ganz entscheidende Komponente. Alle Unternehmen sollten entsprechende Vorbereitungen treffen und einen klar geregelten Notfallplan aufstellen, um im Fall der Fälle nicht wertvolle Zeit zu verschwenden", sagte Simran Mann, Referentin Sicherheitspolitik beim Bitkom.
Aktuell sei die Vorbereitung auf Cyberangriffe auch eine Frage der Unternehmensgröße. Große Unternehmen mit 100 bis 500 Beschäftigten (71 Prozent) sowie 500 und mehr Beschäftigten (78 Prozent) hätten deutlich häufiger einen Notfallplan aufgestellt als kleinere mit 10 bis 99 Beschäftigten (51 Prozent).
"Jedes Unternehmen kann Opfer von Cyberattacken werden, unabhängig von Branche und Größe. Ist die Firmen-IT erst einmal infiziert oder lahmgelegt, entstehen den Unternehmen hohe Kosten, die bis hin zu wochenlangen Produktionsausfällen gehen können", warnte Mann.
Nachholbedarf hätten die Unternehmen auch bei der Sensibilisierung der Belegschaft rund um Cybersecurity. So führen nur sechs von zehn Betriebe regelmäßige Schulungen zu Sicherheitsthemen durch, wobei es hier keine Unterschiede zwischen großen und kleinen Unternehmen gebe. Jedes vierte Unternehmen will auch künftig darauf verzichten, so Bitkom.