Sartorius-Aktie dreht ins Minus: Pharmazulieferer bestätigt nach robustem Halbjahr die Prognose
Der Labor- und Pharmazulieferer Sartorius hat seine Jahresprognose nach einem robusten Wachstum im ersten Halbjahr bestätigt.
Zur guten Geschäftsentwicklung trugen alle Regionen bei, wie der im MDAX und TecDAX notierte Konzern aus Göttingen mitteilte.
"Das wiederkehrende Geschäft blieb der wichtigste Wachstumstreiber beider Sparten. Gleichzeitig stabilisierte sich das Geschäft mit Anlagen und Instrumenten weiter, kehrte sogar zu leichtem Wachstum zurück, und auch die Laborsparte gewann zunehmend an Fahrt", sagte Vorstandschef Michael Grosse laut der Mitteilung. "Angesichts der anhaltend positiven Geschäftsentwicklung sowie der sich weiter verbessernden Lage auf unseren Endmärkten blicken wir optimistisch auf den Rest des Jahres und bestätigen unsere Prognose für 2026."
Für die ersten sechs Monate des Jahres wies Sartorius einen Umsatz von 1,81 Milliarden Euro aus, ein Anstieg um 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Anfang Juli 2025 übernommene Spezialist für Mikrogewebe Mattek trug 0,5 Prozentpunkte zum Umsatzwachstum bei.
Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg um 3,9 Prozent auf 547,8 Millionen Euro. Die bereinigte EBITDA-Marge verbesserte sich um 0,5 Prozentpunkte auf 30,3 Prozent. Der bereinigte Konzerngewinn legte um 2 Prozent auf 172,1 Millionen Euro zu. Je Aktie verdiente Sartorius mit 2,50 Euro 5 Cent mehr.
Für 2026 erwartet Sartorius weiterhin ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum zwischen rund 5 und 9 Prozent, einschließlich eines Beitrags von etwa einem Prozentpunkt von Mattek sowie den US-Zollzuschlägen. Die operative EBITDA-Marge sollte sich durch Volumen- und Skaleneffekte auf etwas über 30 Prozent erhöhen.
Sartorius nach Quartalsbericht wieder abwärt
sDen Kursschock wegen einer enttäuschenden Entwicklung des US-Konkurrenten Danaher können die Anleger von Sartorius am Donnerstag noch nicht verdauen. Der Erholungsversuch vom Vortag erwies sich nach dem Quartalsbericht des Laborausrüsters als Strohfeuer. Mit einem Abschlag von 1,34 Prozent auf 177,00 Euro via XETRA näherte sich der Kurs dem Dienstagstief. Das Jahresminus liegt nun wieder bei mehr als 13 Prozent. Der MDAX der mittelgroßen Werte gab am Donnerstag leicht nach.
Sartorius legte Zahlen für das zweite Quartal vor, die den Aktienkurs nicht beleben konnten. Sie seien wegen Zollrückerstattungen etwas unübersichtlich ausgefallen, schrieb der Experte Charles Weston von der kanadischen Bank RBC.
Laut Matthew Weston von der Bank UBS blieb die Umsatzentwicklung etwas unter den Erwartungen zurück. Bezüglich der Jahreszielspanne erwähnte er einen Hinweis des Unternehmens, dass der Umsatz im Mittelpunkt und damit leicht unter dem Analystenkonsens liegen könnte.
Am Dienstag waren die Sartorius-Aktien bis auf 208 Euro eingebrochen, weil Danaher seine Anleger mit seiner operativen Entwicklung vor allem im Bioprocessing-Geschäft geschockt hatte. In dieser Hinsicht habe Sartorius etwas beruhigt, schrieb der UBS-Analyst Weston. Die Probleme von Wettbewerbern in diesem Bereich wirkten nun eher wie ein eher "isoliertes Problem" dieser Unternehmen.
Expertin Delphine Le Louet vom US-Analysehaus Bernstein Research bescheinigte dem Labor- und Pharmazulieferer nach dessen am Donnerstag vorgelegten Zahlen ein solides erstes Halbjahr. Die Margen zögen an.
DJG/sha/brb
DOW JONES/dpa-AFX
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