Bottleneck

Industrieaktien im Fokus: Lieferengpässe bei Lagern eröffnen neue Chancen


Industrieaktien im Fokus: Lieferengpässe bei Lagern eröffnen neue Chancen

Nach dem Halbleitermangel der vergangenen Jahre richten Marktbeobachter ihren Blick nun auf ein deutlich unauffälligeres Bauteil.

• Industriesektor ist 2026 bislang stark in das Jahr gestartet
• Analysten sehen Lager, Befestigungselemente und Pneumatik als mögliche neue Engpassware
• Morgan Stanley-Analyst Adam Jonas bezeichnet Lagerhersteller als mögliche "Picks-and-Shovels"-Wette auf den Robotik-Boom

Werbung

Was einen Bottleneck-Trade auszeichnet

Als Bottleneck-Trade bezeichnen Marktteilnehmer eine Anlagestrategie, die auf Unternehmen setzt, deren Produkte zu Engpässen werden, sobald die Nachfrage schneller wächst als die Produktionskapazität. Dieses Muster hat sich in den vergangenen Jahren bei Speicherchips gezeigt. Investoren setzten dort früh auf Hersteller, deren Bauteile plötzlich knapp wurden. Nach Einschätzung von MarketWatch könnte sich dieses Muster nun auf den Industriesektor übertragen. Diesmal stehen jedoch keine Halbleiter im Zentrum, sondern mechanische Grundbauteile wie Lager.

Warum Lager statt Mikrochips im Fokus stehen

Im Zentrum der aktuellen These stehen Anbieter von Wälzlagern, Befestigungselementen und Pneumatikkomponenten, deren Nachfrage nach Einschätzung von Marktbeobachtern schneller wachsen könnte, als die Hersteller ihre Kapazitäten ausweiten können. MarketWatch verweist darauf, dass sich frühere Wachstumsbremsen für diese Branche entweder bereits abgeschwächt haben oder durch gesetzliche Änderungen aufgelöst wurden, etwa durch den sogenannten One Big Beautiful Bill Act (OBBBA), ein US-Gesetzespaket mit steuerlichen und investitionsbezogenen Regelungen für die heimische Industrie. Dadurch könnten ähnliche Lieferengpässe entstehen wie zuvor bei Speicherchip-Herstellern. Morgan Stanley-Analyst Adam Jonas führt zusätzlich ein strukturelles Argument an: Lager gelten als besonders substitutionsarm, da praktisch jeder Roboter auf sie angewiesen ist. Das mache sie zu einem naheliegenden Nutznießer des erwarteten Automatisierungsbooms.

Industriesektor

Der Industriesektor zählt 2026 bereits zu den stärkeren Marktsegmenten. Laut einer Analyse von Morningstar mit Stand Ende Februar 2026 legten Industrieaktien im bisherigen Jahresverlauf deutlich zu, wobei Caterpillar als größter Einzeltreiber dieser Entwicklung genannt wird. Diese Ausgangslage bildet nach Einschätzung von MarketWatch den Hintergrund, vor dem sich Investoren nun verstärkt mit einzelnen Zulieferern innerhalb des Sektors beschäftigen, statt allein auf breite Indexwetten zu setzen.

Werbung

Diese Aktien gelten als mögliche Profiteure des Engpass-Themas

Als konkrete Namen, die von einer möglichen Verknappung profitieren könnten, führt MarketWatch unter anderem Fastenal, Gates Industrial, Parker Hannifin, RBC Bearings, Ingersoll Rand, Terex, Cognex, Schaeffler AG und Timken an. Diese Unternehmen seien gut positioniert, um von mehreren übergeordneten Investmentthemen zu profitieren. Dazu zählen laut MarketWatch die Wiederbelebung der amerikanischen Industriebasis sowie der Aufstieg von Robotik und Automatisierung. Bei einzelnen Titeln zeigt sich die Marktdynamik bereits konkret. So verzeichnete die RBC Bearings-Aktie im laufenden Jahr eine zweistellige Kursentwicklung, die deutlich über dem Durchschnitt vergleichbarer Industriewerte lag.

Paul Schütte, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: PopTika/Shutterstock.com, iurii / Shutterstock.com

Werbung