BSW: Kostensteigerungen bei Solaranlagen bremsen Energiewende
FRANKFURT (Dow Jones)--Der Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW) sieht Kostensteigerungen bei Solaranlagen als Bremse für die Energiewende. Immer mehr Privathaushalte investierten in eine eigene Solaranlage. Auch Unternehmen würden gerne noch stärker in Solarkraftwerke investieren, könnten dies unter den aktuellen Rahmenbedingungen aber nicht, so der BWS in einer Mitteilung.
Die Bundesnetzagentur hatte am Dienstag mitgeteilt, dass die Auktion zur Errichtung von Freiflächensolaranlagen erneut unterzeichnet war. Bei einer ausgeschriebenen Menge von 890 Megawatt (MW) wurden laut Bundesnetzagentur 117 Gebote mit einem Volumen von nur 677 MW eingereicht. 104 Gebote mit einem Umfang von 609 MW konnten bezuschlagt werden.
Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) sieht die Ursache dafür in zu restriktiven Vorgaben bei den Ausschreibungs- und Förderkonditionen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Jüngste Kostensteigerungen bei der Finanzierung, der Errichtung und dem Betrieb von Solaranlagen insbesondere infolge der Inflation seien darin nicht abgebildet.
Erfreulich sei, dass inzwischen mehr als jedes zehnte neu installierte Gigawatt an Photovoltaik förderfrei finanziert werde, in diesem Jahr bislang 12 Prozent. Auch bei den Investoren dieser zumeist ebenerdig errichteten Solarkraftwerke habe der BSW zuletzt jedoch eine Investitionszurückhaltung registriert. Neben den Kostensteigerungen drohten hier die Pläne der Bundesregierung für eine umfassende Umsatzabschöpfung zur Finanzierung der Strompreisbremse als Investitionsbremse zu wirken.
Der BSW mahnt daher gegenüber der Politik an, die Kostensteigerung bei den geplanten Markteingriffen zur Finanzierung der Strompreisbremse angemessen zu berücksichtigen. Bestehende Spielräume der zugrundeliegenden EU-Notfallverordnung zu vorgesehenen Erlösabschöpfung sollten bei deren Ausgestaltung im Sinne der Energiewende genutzt werden.