Bücher geöffnet

BioNTech mit deutlichem Umsatz- und Gewinnrückgang - Aktie rutscht ins Minus


BioNTech mit deutlichem Umsatz- und Gewinnrückgang - Aktie rutscht ins Minus

Am Dienstag hat der Biotechriese BioNTech seine Bücher geöffnet. So fiel die Geschäftsentwicklung im abgeschlossenen Quartal aus.

Die weltweit geringere Nachfrage nach Covid-19-Impfstoff hat BioNTech im ersten Halbjahr 2026 einen Milliardenverlust eingebrockt.

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Für den Impfstoffhersteller BioNTech ist das zweite Geschäftsquartal 2026 erneut mit tiefroten Zahlen zu Ende gegangen. Nach einem Minus von 1,60 Euro je Aktie im Vorjahreszeitraum fiel im Berichtsquartal ein Minus von 3,24 Euro je Anteilsschein an. Analysten hatten zuvor mit einem EPS von -2,08 Euro gerechnet. Die Markterwartungen wurden damit verfehlt.

Auch beim Umsatz blieb BioNTech hinter den Erwartungen zurück. Die Erlöse sanken von 260,8 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 105,6 Millionen Euro. Analysten hatten im Vorfeld mit 155,71 Millionen Euro gerechnet.

Schwache Impfstoffnachfrage belastet Ausblick

Auf die Nachfrage nach dem Covid-19-Impfstoff drückt unter anderem, dass in Deutschland bestehende Impfstoffvorräte in der Impfsaison 2026 genutzt werden können. BioNTech rechnet deshalb auch für das Gesamtjahr mit geringeren Umsätzen. Das Unternehmen erwartet nun Erlöse zwischen 1,6 und 1,9 Milliarden Euro. Im März hatte die Prognose noch bei 2,0 bis 2,3 Milliarden Euro gelegen.

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BioNTech setzt auf Kostendisziplin

Mit der Vorlage der Quartalszahlen hat BioNTech auch die Prognose für die Forschungs- und Entwicklungsausgaben angepasst. Das Unternehmen erwartet nun Ausgaben zwischen 2,0 und 2,3 Milliarden Euro statt der zuvor angepeilten 2,2 bis 2,5 Milliarden Euro. Bei der Entwicklung neuer Produkte werde stärker priorisiert, zudem setze BioNTech auf eine konsequentere Kostendisziplin.

Bereits im Mai hatte BioNTech angekündigt, die Standorte in Idar-Oberstein, Marburg und Tübingen bis Ende 2027 zu schließen. Auch der Betrieb in Singapur soll voraussichtlich im ersten Quartal 2027 eingestellt werden.

Onkologie bleibt die Zukunftshoffnung

Ungeachtet der schwachen Geschäftszahlen sieht sich BioNTech bei der Entwicklung neuer Produkte auf Kurs. Vor allem im Onkologiegeschäft sei die Pipeline deutlich vorangekommen, sagte Unternehmenschef Ugur Sahin.

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Ein Hoffnungsträger ist der Wirkstoffkandidat Pumitamig (früher BNT327), für den bereits zulassungsrelevante Studien unter anderem bei Lungen- und Brustkrebs laufen. Darüber hinaus setzt BioNTech auf mRNA-basierte Immuntherapien sowie Antikörper-Wirkstoff-Konjugate, bei denen Chemotherapeutika mithilfe von Antikörpern gezielt zu Krebszellen transportiert werden.

Neuer Vorstandschef übernimmt Anfang 2027

Seit Montag ist bekannt, dass Mitgründer Ugur Sahin spätestens Anfang Februar 2027 den Vorstandsvorsitz an Guido Oelkers übergeben wird. Oelkers wechselt vom schwedischen Biopharmaunternehmen Swedish Orphan Biovitrum (Sobi), das er seit 2017 führt, nach Mainz.

Sahin betonte, Oelkers werde gemeinsam mit dem Vorstand die Erfolgsgeschichte von BioNTech fortschreiben. Er selbst wolle sich künftig gemeinsam mit seiner Frau Özlem Türeci der Gründung eines neuen Unternehmens widmen. Beide wollen jedoch Anteilseigner von BioNTech bleiben.

Bernstein sieht nach Quartalszahlen weiteren Handlungsbedarf

Das US-Analysehaus Bernstein Research hat die Einstufung für BioNTech nach den Quartalszahlen auf "Market-Perform" mit einem Kursziel von 96 US-Dollar bestätigt. Analyst Jeffrey Walch bezeichnete den Bericht zum zweiten Quartal als enttäuschend. Der designierte neue Konzernchef Guido Oelkers werde seiner Einschätzung nach Zeit benötigen, um das Onkologie-Portfolio für Anleger attraktiver zu machen.

So reagiert die BioNTech-Aktie

Die BioNTech-Aktie zeigte sich an der US-Börse NASDAQ 0,98 Prozent tiefer bei 91,35 US-Dollar.

Carolin Ludwig, Martina Köhler, Evelyn Schmal, Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net mit Material von dpa (AFX)

Bildquellen: Thomas Lohnes/Getty Images, Pavlo Gonchar/SOPA Images/LightRocket via Getty Images

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