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Fluence Energy-Aktie stürzt nach Bilanzvorlage ab: Siemens-Tochter enttäuscht Anleger


Fluence Energy-Aktie stürzt nach Bilanzvorlage ab: Siemens-Tochter enttäuscht Anleger

Die Fluence Energy-Aktie gerät nach der Veröffentlichung der Quartalsbilanz massiv unter Druck. Anleger reagieren enttäuscht auf die vorgelegten Zahlen.

  • Fluence Energy verfehlt im dritten Quartal die eigenen Erwartungen deutlich
  • Speicherbauer kappt Umsatz- und Ergebnisziel fürs Geschäftsjahr 2026
  • Rekordauftragseingang und Rekordbacklog stützen den Blick auf 2027
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Im Handel an der NASDAQ brach die Aktie von Fluence Energy am Donnerstag vorübergehend zweistellig ein, nachdem der Speicherspezialist nach US-Handelsschluss seine Zahlen zum dritten Geschäftsquartal des Geschäftsjahres 2026 vorgelegt und zugleich die Jahresprognose deutlich gesenkt hat. Zum Handelsende belief sich das Minus auf 7,17 Prozent bei 13,21 US-Dollar. Wie aus der offiziellen Pressemitteilung des Unternehmens hervorgeht, verzögern sich Projektauslieferungen im Wert von rund 400 Millionen US-Dollar wegen Problemen an neuen Fertigungsstandorten ins Geschäftsjahr 2027, was Anleger unmittelbar auf dem falschen Fuß erwischte. Für Siemens, das an Fluence Energy beteiligt ist, ist der Rückschlag ein Dämpfer für eines der prominenteren Wachstumsprojekte im Energiespeichergeschäft.

Schwache Drittquartalszahlen belasten die Fluence Energy-Aktie

Im abgelaufenen dritten Geschäftsquartal setzte Fluence Energy rund 649,8 Millionen US-Dollar um, ein Plus von etwa 8 Prozent gegenüber den rund 602,5 Millionen US-Dollar im entsprechenden Vorjahresquartal. Der Zuwachs täuscht jedoch über die eigentliche Schwäche hinweg, denn der Umsatz blieb, wie aus der Pressemitteilung hervorgeht, deutlich unter den eigenen Erwartungen zurück, weil es an neuen Vertragsfertigungsstätten zu Produktionsverzögerungen kam. Deutlich schwerer wiegt der Einbruch bei der Profitabilität: Die Bruttomarge nach GAAP fiel auf rund 5,1 Prozent von etwa 14,8 Prozent im Vorjahresquartal, bereinigt sank sie von rund 15,4 auf etwa 5,9 Prozent.

Unter dem Strich stand im dritten Quartal ein Nettoverlust von rund 44,3 Millionen US-Dollar, nachdem im Vorjahresquartal noch ein Gewinn von etwa 6,9 Millionen US-Dollar erzielt worden war. Über die ersten neun Monate des Geschäftsjahres weitete sich der Verlust auf rund 136,1 Millionen US-Dollar aus, verglichen mit etwa 92,1 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Das bereinigte EBITDA lag im Quartal bei rund minus 29,3 Millionen US-Dollar und über neun Monate bei etwa minus 90,8 Millionen US-Dollar.

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Fluence Energy kappt die Jahresprognose deutlich

Als Konsequenz aus den Lieferverzögerungen streicht Fluence Energy die Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2026 auf eine Spanne von rund 2,9 bis 3,1 Milliarden US-Dollar mit einem Mittelwert von etwa 3,0 Milliarden US-Dollar zusammen, deutlich unter der bisherigen Spanne von rund 3,2 bis 3,6 Milliarden US-Dollar mit einem Mittelwert von etwa 3,4 Milliarden US-Dollar. Noch drastischer fällt der Schnitt beim bereinigten EBITDA aus: Statt der zuvor erwarteten rund 40 bis 60 Millionen US-Dollar mit einem Mittelwert von etwa 50 Millionen US-Dollar rechnet das Management nun mit einer Spanne von minus 30 bis plus 10 Millionen US-Dollar und einem Mittelwert von etwa minus 10 Millionen US-Dollar. Neben der schwächeren Umsatzbasis drückt dabei auch eine Vorabbelastung von rund 15 Millionen US-Dollar im Zusammenhang mit einer geplanten langfristigen internationalen Batteriezellenlieferung auf das Ergebnis.

Die Prognose für die wiederkehrenden Softwareerlöse bleibt mit rund 180 Millionen US-Dollar bis zum Ende des Geschäftsjahres 2026 unverändert. Der Vorstandschef von Fluence Energy, Julian Nebreda, erklärte laut Pressemitteilung, die Kundennachfrage bleibe stark, die Produktion habe in diesem Jahr aber hinter den eigenen Erwartungen gelegen, weshalb man bereits Schritte eingeleitet habe, um die angepeilten Fertigungskapazitäten schon früh im Geschäftsjahr 2027 zu erreichen.

Rekordauftragseingang und Rekordbacklog als Kontrapunkt

Dem schwachen Quartal und der gekappten Prognose steht ein außergewöhnlich starkes Neugeschäft gegenüber. Der Auftragseingang im dritten Quartal kletterte auf mehr als 1,44 Milliarden US-Dollar und damit auf fast das Dreifache der rund 508,8 Millionen US-Dollar aus dem entsprechenden Vorjahresquartal. Bis Ende Juli sicherte sich das Unternehmen zudem Rechenzentrumsaufträge im Volumen von rund 850 Millionen US-Dollar, darunter der erste große Auftrag hinter dem Zähler des Kunden aus dem dritten Quartal sowie Aufträge im Wert von rund 550 Millionen US-Dollar von einem Hyperscaler im Juli.

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Der Auftragsbestand erreichte zum 30. Juni mit rund 6,4 Milliarden US-Dollar den höchsten Stand der Unternehmensgeschichte, die Gesamtliquidität lag bei etwa 863,0 Millionen US-Dollar, davon rund 365,0 Millionen US-Dollar an Kassenbeständen. Finanzchef Ahmed Pasha betonte laut Mitteilung, der verzögerte Umsatz aus einigen US-Projekten bleibe im Auftragsbestand erhalten und solle im Geschäftsjahr 2027 realisiert werden, während das Unternehmen mit seiner starken Liquidität über die nötige Flexibilität für weiteres Wachstum verfüge.

Im weiteren Handelsverlauf dürfte vor allem die für heute angesetzte Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen im Fokus stehen, in der das Management Rückfragen zu den Fertigungsproblemen und zum Zeitplan für deren Behebung beantworten muss. Ob sich die Aktie von der nachbörslichen Talfahrt erholt, dürfte davon abhängen, wie glaubwürdig die angepeilte Rückkehr zu den geplanten Produktionskapazitäten im Geschäftsjahr 2027 vermittelt wird.

Bettina Schneider, Martina Köhler, Thomas Zoller, Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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Bildquellen: T. Schneider / Shutterstock.com

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