Bund möchte schnelle Entscheidung über LNG-Terminal bei Rügen
Von Andrea Thomas
BERLIN (Dow Jones)--Die Bundesregierung hält trotz Kritik am geplanten Flüssigerdgas-Terminal bei Rügen an ihrem Vorhaben fest und fordert eine rasche Entscheidung über den genauen Standort. Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums erklärte, die Entscheidung solle "so schnell wie möglich" fallen. Eine genaue Frist wollte sie nicht nennen, da die Prüfungen noch nicht abgeschlossen seien. Der Standort für den LNG-Terminal muss vor Ort gefällt und genehmigt werden.
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) waren am vergangenen Donnerstag auf Rügen und haben dort für den Bau eines Flüssiggas-Terminals geworben. Nach Medienberichten machten sie beide in einer nichtöffentlichen Diskussionsrunde für einen LNG-Terminal im Hafen von Mukran stark, der auf Rügen liegt. Auf Rügen wurden die beiden Vertreter der Bundesregierung mit Kritik der Ortsansässigen konfrontiert, die unter anderem negative Auswirkungen solch eines Vorhabens für die Umwelt und den Tourismus befürchten. Auch Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat wiederholt Zweifel angemeldet, ob ein weiterer LNG-Terminal überhaupt benötigt würde.
Die Bundesregierung sieht dies aufgrund des Wegfalls von russischem Gas aber anders. "Klar ist, dass wir einen Standort auch an der Ostsee und in dem ostdeutschen Bundesland möchten und für sinnvoll und notwendig erachten", sagte die Sprecherin des Wirtschaftsministeriums. Es gehe nicht nur um die ausreichende Gasversorgung Ostdeutschlands, sondern auch Osteuropas. Man sei dazu in intensiven Gesprächen.
Kontakt zur Autorin: andrea.thomas@wsj.com
DJG/aat/jhe
(END) Dow Jones Newswires
April 24, 2023 07:30 ET (11:30 GMT)