Bundesbank: Deutsches BIP dürfte auch im ersten Quartal sinken
Von Hans Bentzien
FRANKFURT (Dow Jones)--Die Bundesbank sieht Deutschland in einer technischen Rezession. Wie sie in ihrem aktuellen Monatsbericht für März mitteilt, rechnet die Bundesbank damit, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) auch im ersten Quartal 2023 sinken wird, womit nach dem BIP-Rückgang im vierten Quartal 2022 der Tatbestand einer technischen Rezession erfüllt wäre. "Der Rückgang dürfte jedoch geringer ausfallen als im Schlussquartal 2022, in dem die Wirtschaftsleistung nach revidierten Angaben des Statistischen Bundesamtes um 0,4 Prozent zurückging", heißt es im Monatsbericht.
Laut Bundesbank erholt sich die deutsche Wirtschaft zu Jahresbeginn nur mühsam von dem breit angelegten und kräftigen Rücksetzer aus dem Dezember des vergangenen Jahres. "Die Industrie und der Bau steigerten ihre Produktion im Januar zwar wieder kräftig und übertrafen dabei sogar den Vorquartalsdurchschnitt. Die Warenexporte erholten sich preisbereinigt jedoch nur teilweise", konstatierte sie.
Darüber hinaus litten die konsumnahen Wirtschaftsbereiche nach wie vor unter der anhaltend hohen Teuerung und der daraus resultierenden Zurückhaltung der Verbraucherinnen und Verbraucher. "Alles in allem wird die deutsche Wirtschaftsaktivität im laufenden Quartal wohl erneut sinken."
Die Bundesbank erwartet zudem, dass die am Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) gemessene Teuerung im März aufgrund eines Basiseffekts deutlich zurückgehen wird. "Davon abgesehen erweist sich die Kernrate als außerordentlich persistent. Sie könnte - auch wegen der Änderungen der HVPI-Gewichte - zur Jahresmitte sogar noch etwas ansteigen", gab sie zu bedenken.