Bundesbank: Deutsches BIP im ersten Quartal gestiegen
Von Andreas Plecko
FRANKFURT (Dow Jones)--Die Bundesbank geht davon aus, dass die deutsche Wirtschaft im ersten Quartal 2023 gewachsen und damit einer technischer Rezession entgangen ist. Im vierten Quartal 2022 war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,4 Prozent gesunken. "Die deutsche Wirtschaft schlug sich im ersten Quartal 2023 besser als noch vor einem Monat erwartet und erhöhte ihre Aktivität vermutlich wieder etwas", schreibt die Bundesbank in ihrem Monatsbericht.
Zwar habe die anhaltend hohe Inflation den privaten Verbrauch und die konsumnahen Dienstleister belastet. Jedoch habe sich die Industrie stärker erholt als angenommen. Die wieder niedrigeren Energiepreise hätten die energieintensive Produktion gestützt, die Lieferengpässe bei Vorprodukten hätten sich weiter aufgelöst, und die Nachfrage habe wieder merklich angezogen.
Auch im Bauhauptgewerbe sei die Produktion kräftig gestiegen, obwohl die Nachfrage nach Bauleistungen weiterhin erheblich durch die gestiegenen Baupreise und Finanzierungskosten gedämpft worden sei. Anders als in der Industrie dürften für das Plus auf dem Bau vor allem temporäre Faktoren eine Rolle gespielt haben, insbesondere die für die Jahreszeit milde Witterung im Januar und Februar.
Eine erste Schnellschätzung für das BIP im ersten Quartal veröffentlicht das Statistische Bundesamt am Freitag. Noch vor einem Monat hatte die Bundesbank aufgrund der bestehenden Belastungen und des verhaltenen Starts in das erste Quartal mit einem leichten Rückgang der Wirtschaftsleistung gerechnet. Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen erwarten ein BIP-Wachstum von 0,2 Prozent.
Die Bundesbank rechnet außerdem damit, dass die Inflationsrate in den kommenden Monaten etwas weiter sinken, der zugrunde liegende Preisdruck in den nächsten Monaten aber hoch bleiben wird. Der erwartete Rückgang liege vor allem an im Vorjahresvergleich voraussichtlich rückläufigen Energiepreisen auf der Verbraucherstufe.
Die momentan außerordentlich hohe Teuerung bei Nahrungsmitteln und anderen Waren sowie bei Dienstleistungen sollte ebenfalls langsam nachlassen. Allerdings müsse sich eine Trendumkehr in der Dynamik erst noch zeigen, erklärte die Bundesbank.