Bundesbank: Deutsches BIP sinkt im Winterhalbjahr deutlich


Von Hans Bentzien

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Bundesbank rechnet damit, dass die deutsche Wirtschaft trotz des überraschenden BIP-Anstiegs im dritten Quartal im Winter in eine Rezession rutschen wird. "Die Wirtschaftsleistung dürfte im laufenden Winterhalbjahr deutlich zurückgehen", heißt es im aktuellen Monatsbericht für November. Als wichtigste Ursachen führt die Bundesbank mit Blick auf die Unternehmen die hohe Unsicherheit der Energieversorgung und deren Kosten sowie einen inflationsbedingt sinkenden Privatkonsum auf. Im dritten Quartal war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) vor allem aufgrund eines starken Konsums und robuster Investitionen um 0,3 Prozent gestiegen.

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"Die Unsicherheit über die Energieversorgung und ihre Kosten belastet die Unternehmen stark. Gemäß der jüngsten Herbstumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages sah ein Großteil der befragten Unternehmen in den Energie- und Rohstoffpreisen ein Geschäftsrisiko für die kommenden Monate", schreibt die Bundesbank. Die Abschwächung der globalen Konjunktur wird sich nach ihrer Einschätzung in den Exporten niederschlagen, auch wenn der hohe Auftragsbestand und nachlassende Lieferengpässe in der Industrie die gedrückte Nachfrage etwas abfederten.

Die hohe Inflation dämpfe zudem den privaten Konsum und damit die Aktivität in den konsumnahen Dienstleistungsbereichen. Gleichzeitig würden die positiven Impulse aus dem Wegfall von Corona-Schutzmaßnahmen wohl spürbar nachlassen. "Hinzu kommt, dass die pandemiebezogenen staatlichen Konsumausgaben nach und nach entfallen dürften. Damit sinkt der Staatskonsum von dem zuvor erhöhten Niveau ab", gibt die Bundesbank zu bedenken. Schließlich wird sich nach ihrer Einschätzung auch die Baukonjunktur weiter abkühlen.

Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com

DJG/hab/smh

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November 23, 2022 06:00 ET (11:00 GMT)