Bundeskabinett befasst sich mit Strategie zur Stärkung des Quantencomputing
Von Andrea Thomas
BERLIN (Dow Jones)--Das Bundeskabinett wird sich in seiner heutigen Sitzung mit einer Strategie zur Stärkung des Quantencomputing in Deutschland befassen. Es sollen rund 3 Milliarden Euro investiert werden, damit Deutschland bis 2026 über einen international wettbewerbsfähigen leistungsfähigen Quantencomputer verfügen wird.
"Ziel ist, dass Deutschland technologisch zu den führenden Akteuren im Quantencomputing außerhalb der EU aufschließt", heißt es in einem 51-seitigen "Handlungskonzept Quantentechnologien" des Bundesforschungsministeriums, in das Dow Jones Newswires Einblick hatte. Mit zielgerichteter, langfristiger Unterstützung will man Deutschland in diesem Bereich an eine internationale Spitzenposition bringen und diese festigen.
"Im Quantencomputing gilt es, zu den Technologieführern aufzuschließen. Dies sichert die technologische Souveränität, hebt Wertschöpfungspotenziale und eröffnet große Möglichkeiten für die Nutzung der Technologie in Wirtschaft und Gesellschaft", heißt es in dem Handlungskonzept.
Deutschland hat dem Ministerium zufolge in den Quantentechnologien eine gute Position. Aufgrund der ausgewiesenen Forschungslandschaft belege Deutschland bei entsprechenden Publikationen im internationalen Vergleich Platz vier hinter den USA, China und Großbritannien. Auch bei Patentfamilien finde sich Deutschland hinter China, USA und Japan unter den ersten vier.
Der Schwerpunkt der deutschen Patentfamilien liegt dabei in den Bereichen Quantenmesstechnik und Quantenelektronik. "Diese starke Basis gilt es zu nutzen", so das Ministerium. Laut Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) ist Quantentechnologie "entscheidend für die technologische Souveränität Deutschlands".
Die Bundesregierung will für die Weiterentwicklung der Quantentechnologien bis 2026 rund 2,18 Milliarden Euro bereitstellen. Die Maßnahmen sollen ergänzt werden durch 850 Millionen Euro von den durch die Bundesregierung mitfinanzierten Wissenschaftsorganisationen.
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April 26, 2023 04:23 ET (08:23 GMT)