Berkshire-Aktie nicht mehr attraktiv: Michael Burry sieht nach Buffetts Abschied keinen Investitionsgrund mehr
Investor Michael Burry zweifelt an Berkshire Hathaway, während Nachfolger Greg Abel gerade erst begonnen hat, den Cash-Berg des Konzerns abzubauen.
- Ein bekannter Krisen-Investor stellt Berkshire öffentlich infrage
- Der neue Chef hat den jahrelangen Trend beim Cash-Bestand erstmals gedreht
- Ein Analystenhaus sieht die Lage trotz der Kritik deutlich positiver
Investor Michael Burry hält Berkshire Hathaway nach dem Rückzug von Warren Buffett nicht mehr für eine attraktive Anlage. Er begründet seine Skepsis mit Nachfolger Greg Abel, dem er die Geduld seines Vorgängers bei großen Investitionsentscheidungen abspricht.
Burrys Kritik an Buffett-Nachfolger Abel
Michael Burry, der durch seine Wette gegen den US-Immobilienmarkt vor der Finanzkrise 2008 bekannt wurde, äußerte sich laut StockTwits zu Wochenbeginn in einem Post skeptisch über Berkshire Hathaway. Er habe stets befürchtet, dass ein Nachfolger von Warren Buffett zu alt und schlicht nicht Warren sein werde und deshalb nicht dessen Geduld für den richtigen Moment einer großen Investition mitbringen würde, so Burry. Diese Sorge habe sich nun bestätigt, erklärte er weiter. Zwar habe Abel begonnen, Kapital einzusetzen, doch der Großteil des Cash-Bergs sei weiterhin ungenutzt, merkte Burry an. Es scheine sich "eher um Maßnahmen zur Weichenstellung als um Investitionsschritte" zu handeln, schrieb er.
Berkshire Hathaway, der von Buffett über Jahrzehnte aufgebaute Mischkonzern mit Geschäftsfeldern von Versicherung über Energie bis zur Frachteisenbahn BNSF, hatte zum Jahreswechsel 2025/2026 die Führung an Greg Abel übergeben. Der Quartalsbericht für das zweite Quartal 2026 war der zweite vollständige Bericht unter Abels Verantwortung.
Cash-Bestand erstmals seit vier Jahren rückläufig
Die jüngste Bilanz zeigte tatsächlich Bewegung: Berkshires Cash- und Treasury-Bill-Bestand sank zum Ende des zweiten Quartals 2026 auf 365,5 Milliarden US-Dollar, nach einem Rekordwert von 397,4 Milliarden US-Dollar drei Monate zuvor. Es war der erste sequenzielle Rückgang seit vier Jahren, weil der Konzern im Quartal per saldo Aktien zukaufte statt verkaufte, unter anderem mit einem Engagement von 10 Milliarden US-Dollar bei Alphabet. Zusätzlich kaufte Berkshire eigene Aktien im Volumen von rund 4,5 Milliarden US-Dollar zurück, nachdem im ersten Quartal 2026 nur rund 235 Millionen US-Dollar dafür aufgewendet worden waren.
Operativ lief das Geschäft im zweiten Quartal solide: Der Nettogewinn kletterte auf 25,67 Milliarden US-Dollar von 12,37 Milliarden US-Dollar im Vorjahresquartal, das operative Ergebnis stieg von 11,16 Milliarden US-Dollar auf 12,98 Milliarden US-Dollar. Der Versicherungsfloat lag zum 30. Juni 2026 bei rund 177,5 Milliarden US-Dollar, ein Plus von etwa 1,1 Milliarden US-Dollar gegenüber Ende 2025.
UBS widerspricht Burrys Einschätzung
Nicht jeder teilt Burrys Zurückhaltung. UBS-Analyst Brian Meredith bestätigte am Montag sein Buy-Rating für Berkshire Hathaway und erhöhte das Kursziel auf 604 US-Dollar von zuvor 585 US-Dollar.
Ob Abel den Cash-Abbau in den kommenden Quartalen fortsetzt oder Burrys Sorge um mangelnde Geduld doch Bestand hat, dürfte sich spätestens mit dem nächsten Quartalsbericht zeigen.
Im NYSE-Handel am Dienstag verlor die Berkshire Hathaway B-Aktie letztlich 2,46 Prozent auf 516,38 US-Dollar.
Thomas Zoller, Benedict Kurschat, Carolin Ludwig Redaktion finanzen.net
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