China vs. SpaceX

Morgan Stanley warnt vor Peking: Wird China jetzt zur größten Gefahr für die SpaceX-Aktie?


Morgan Stanley warnt vor Peking: Wird China jetzt zur größten Gefahr für die SpaceX-Aktie?

Ein Netz auf hoher See fängt Pekings Raketenbooster ein, und an der Börse rückt sofort die Frage nach Elon Musks Vorsprung mit seinem Raumfahrtkonzern SpaceX in den Fokus. Die genauen Hintergründe.

  • China holt erstmals eine Raketenstufe aus dem Meer zurück
  • Morgan Stanley sieht in China die größte langfristige Bedrohung für SpaceX
  • Analysten bleiben trotz der Konkurrenzsorgen bei Overweight für SpaceX
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China ist erstmals die kontrollierte Bergung einer Raketen-Erststufe gelungen, und der Erfolg trifft dabei die SpaceX-Aktie. Die staatliche China Aerospace Science and Technology Corporation brachte die erste Stufe ihrer Rakete Langer Marsch 10B nach dem Start sicher zurück zur Erde. Für Investoren ist die Nachricht mehr als ein technisches Kuriosum: Sie berührt direkt die Wette, auf der ein Großteil der SpaceX-Bewertung ruht, nämlich dass wiederverwendbare Raketen dem Unternehmen noch lange einen uneinholbaren Kostenvorteil sichern.

Der Fang auf hoher See

Statt wie die Falcon 9 von SpaceX auf ausklappbaren Landebeinen aufzusetzen, ließ CASC den Booster in ein großes Netz auf einem Bergungsschiff sinken. Damit ist die staatliche chinesische Raumfahrtbehörde nach SpaceX und Blue Origin erst die dritte Organisation, der die Bergung einer orbitalen Raketenstufe gelungen ist, wie Medienberichte hervorbringen. CASC kündigte an, den Booster noch bis Jahresende erneut zu starten, erst dieser Kreislauf würde den vollen Wiederverwendungsnachweis liefern. SpaceX selbst landet und startet seine Booster bereits seit 2015 routinemäßig. Auch Blue Origin gelang im vergangenen November eine erste Booster-Landung, im Mai explodierte eine New Glenn jedoch noch auf der Startrampe, ein Beleg dafür, wie fehleranfällig der Weg zur verlässlichen Serienreife bleibt.

Der Rückschlag an der NASDAQ

Die Marktreaktion blieb nicht aus. Zum Handelsschluss verlor die SpaceX-Aktie am Freitag via NASDAQ 4,51 Prozent auf 145,30 US-Dollar. Am Montag ging es schließlich 4,24 Prozent auf 139,14 US-Dollar nach unten.
Der Verlust reiht sich in eine ohnehin angespannte Phase seit dem Rekord-Börsengang Mitte Juni ein, in der die Aktie einen Teil ihrer anfänglichen Kursgewinne bereits wieder abgegeben hat. Dass ausgerechnet ein chinesischer Fortschritt bei der Wiederverwendbarkeit den Kurs bewegt, zeigt, wie eng der Markt die Bewertung von SpaceX an die Annahme koppelt, dass Starlink und künftige Starship-Missionen ohne ernsthafte Konkurrenz bei den Startkosten bleiben.

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Wie ernst nimmt die Wall Street die Bedrohung

Morgan Stanley bewertet Chinas schnell voranschreitendes Programm für wiederverwendbare Raketen laut Investing.com als die größte langfristige Wettbewerbsbedrohung für SpaceX, ausgelöst durch genau diese erste Bergung einer orbitalen Raketenstufe. Die Analysten verweisen auf Chinas breiteres Raumfahrt-Ökosystem aus staatlichen Programmen und privaten Anbietern wie LandSpace, Galactic Energy und Space Pioneer als eigentliche strukturelle Herausforderung. Zur Einordnung führt das Haus an, dass China 2025 auf 90 Orbitalstarts kam, verglichen mit 165 Starts der Falcon 9, und damit gemessen an der Aktivität bereits der zweitgrößte Startmarkt der Welt ist. Die U.S. Space Force hatte China zuvor noch drei bis fünf Jahre von der Wiederverwendbarkeit entfernt gesehen, ein Zeitplan, den die Demonstration nach Einschätzung von Morgan Stanley verkürzen könnte. Trotz der wachsenden Konkurrenz belässt das Analysehaus die Einstufung für SpaceX bei Overweight mit einem Kursziel von 300 US-Dollar.

Der nächste belastbare Datenpunkt für Anleger dürfte der angekündigte erneute Start der geborgenen Booster-Stufe noch in diesem Jahr sein, der zeigt, ob China den vollen Wiederverwendungszyklus tatsächlich beherrscht. Parallel bleibt der Blick auf SpaceX selbst gerichtet, insbesondere auf den nächsten Teststart der Starship-Rakete und darauf, wie schnell sich operative Fortschritte bei Starlink in belastbaren Zahlen niederschlagen.

Bernstein belässt SpaceX auf 'Outperform' - Ziel 239 Dollar

Das US-Analysehaus Bernstein Research hat die Einstufung für SpaceX nach dem Jungfernflug der chinesischen Trägerrakete Langer Marsch 10B mit einem Kursziel von 239 US-Dollar auf "Outperform" belassen. Dieser komme etwa sechs Monate früher als er erwartet habe, schrieb Douglas Harned am Montag. China gehe mit Nachdruck daran, eine Forschungsstation auf dem Mond zu errichten und große Low-Earth-Orbit-Satellitenkonstellation aufzubauen. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt sei der wahre Wettbewerber für das US-Weltraum- und KI-Unternehmen.

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Evelyn Schmal, Martina Köhler, Redaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX

Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar.

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Bildquellen: Thrive Studios ID / Shutterstock.com, SpaceX

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