Chip-Aktien im Gleichlauf

SK hynix und Samsung: Warum die enge Verbindung zu US-Aktien für Anleger zum Risiko wird


SK hynix und Samsung: Warum die enge Verbindung zu US-Aktien für Anleger zum Risiko wird

Die 60-Tage-Korrelation zwischen dem KOSPI und NASDAQ 100 ist auf den höchsten Stand seit 2021 geklettert. Warum das für Anleger zum Problem werden könnte.

  • Zwei koreanische Chipkonzerne prägen mittlerweile einen ganzen Leitindex
  • Ausverkauf im Juli zeigte, wie schnell sich Nervosität überträgt
  • Laut Experten birgt die hohe Korrelation Risiken für Anleger
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Die Kursbewegungen von SK hynix und Samsung Electronics, zwei der weltweit größten Speicherchip-Hersteller, hängen laut CNBC inzwischen so eng mit der Wall Street zusammen wie seit 2021 nicht mehr. Grund ist die gemeinsame Abhängigkeit von der Nachfrage nach KI-Speicherchips, die sowohl den koreanischen KOSPI als auch den NASDAQ 100 treibt, heißt es. Für Anleger bedeutet das ein neues Risiko: Schwankungen in einem Markt schlagen zunehmend direkt auf den anderen durch.

Verknüpfung von Chip-Aktien: KOSPI und NASDAQ bewegen sich im Gleichschritt

Die 60-Tage-Korrelation zwischen dem koreanischen Leitindex KOSPI und dem NASDAQ 100 ist laut CNBC unter Berufung auf Daten von Rayliant Global Advisors im Juli zeitweise auf etwa 0,50 gestiegen, den höchsten Stand seit 2021. Hauptgrund dafür seien die Aktien von SK hynix und Samsung Electronics, die zusammen mehr als die Hälfte des KOSPI ausmachen. Beide Unternehmen sind zentrale Akteure der KI-Hardware-Lieferkette und versorgen die von US-Technologiekonzernen betriebenen Rechenzentren mit den dafür benötigten Speicherchips. Die steigende Korrelation ist kein Zufall: Rayliant-Research-Chef Wool zufolge wurden die Kursverläufe von US- und koreanischen Techaktien Ende Juli 2026 von einem gemeinsamen Faktor getrieben: der Stimmung gegenüber dem KI-Hardware-Trade. "Die Korrelation ist gestiegen, weil der KOSPI zu einem Halbleiterindex geworden ist", fasste Rolf Bulk, Analyst bei Futurum Group, gegenüber CNBC per E-Mail zusammen.

Wie eng die Verzahnung inzwischen ist, zeigte sich besonders am 13. Juli: Ein chipgetriebener Ausverkauf ließ den KOSPI um mehr als 8 Prozent einbrechen, nachdem die SK hynix-Aktie um 15 Prozent eingebrochen war. Der NASDAQ 100 folgte mit einem Rückgang von 1,9 Prozent.

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Die zunehmende Abhängigkeit von den Investitionen der großen Hyperscaler macht Samsung und SK hynix laut CNBC zu wichtigen Gradmessern für die Entwicklung des globalen KI-Marktes. Für Anleger ergibt sich daraus ein besonderer Vorteil: Samsung und SK hynix handeln Stunden vor Eröffnung der Wall Street und liefern damit einen Frühindikator für die Reaktion von Investoren auf KI-Nachrichten. Samsung veröffentlicht seine Ergebnis-Guidance zudem in der Regel rund zwei Wochen vor den großen US-Halbleiterergebnissen, was dem koreanischen Markt eine Vorwarnfunktion für die gesamte US-Techbranche verleiht.

Warum die enge KI-Verzahnung zum Risiko wird

Die zunehmende Verzahnung der koreanischen und US-amerikanischen Technologiemärkte birgt allerdings auch Risiken für Anleger. Je stärker Samsung, SK hynix und US-Chiphersteller vom gleichen KI-Investmentzyklus abhängen, desto geringer fällt der Diversifikationseffekt eines Engagements in beiden Regionen aus. Besonders problematisch wäre eine Abschwächung der Investitionsausgaben der Hyperscaler. "Da die Hälfte des Index an ein einziges zyklisches Thema gebunden ist, würde eine Verlangsamung der Investitionsausgaben der Hyperscaler den koreanischen Markt stärker treffen als die meisten anderen Märkte", sagte Bulk. Hinzu komme laut Bulk die vergleichsweise hohe Volatilität koreanischer Speicherwerte, die durch gehebelte ETF-Ströme zusätzlich verstärkt werden kann.

Gleichzeitig ist eine dauerhafte Gleichentwicklung laut Peter Kim, Leiter der globalen Anlagestrategie bei KB Financial Group, nicht garantiert: Unterschiede bei Investitionsplänen, Produktmix und staatlicher Unterstützung für die heimische Chipproduktion könnten dazu führen, dass sich Unternehmen wie Micron Technology, Samsung und SK hynix künftig wieder stärker auseinanderentwickeln.

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Ein zusätzliches Risiko entsteht laut Kim durch Chinas wachsende Ambitionen im Speichermarkt. Zwar liegen chinesische Hersteller technologisch noch hinter den führenden internationalen Anbietern zurück, doch ihre Fortschritte haben die Erwartungen der Anleger zuletzt mehrfach übertroffen. Besonders deutlich wurde dies beim Börsendebüt der ChangXin Memory Technologies (CXMT), deren Aktie am STAR Market in Shanghai zeitweise um 466 Prozent zulegte.

Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Michael Vi / Shutterstock.com, JPstock / Shutterstock.com

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