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KI-Aktien sind zurück: Warum Papiere von Intel, Arm, Marvell, D-Wave und Co. plötzlich kräftig anspringen


KI-Aktien sind zurück: Warum Papiere von Intel, Arm, Marvell, D-Wave und Co. plötzlich kräftig anspringen

Ein einziger Quartalsbericht reichte am Dienstag aus, um dem gesamten Chipsektor wieder Schwung zu geben. Geht die Rally bei weltweiten Technologie-Aktien nun in eine neue Phase?

  • Palantir hob die Prognose an, Aktie sprang am Dienstag um rund 30 Prozent hoch
  • Aktien von Intel, Arm, Marvell und SanDisk legten ebenfalls zweistellig zu
  • Auch Super Micro und D-Wave Quantum zogen im Sog der Rally mit
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Ein überraschend starkes Quartal von Palantir schickte die US-Technologiebörsen am Dienstag kräftig nach oben. Der Konzern hob seine Jahresprognose zum zweiten Mal in Folge an, und die Aktie sprang daraufhin im NASDAQ-Handel um rund 29,45 Prozent auf 162,66 US-Dollar nach oben. Die Erleichterung wirkte jedoch weit über den Datenanalyse-Spezialisten hinaus: Sie nahm der Sorge um die milliardenschweren KI-Investitionen der Branche einen Großteil ihrer Wucht, die die Branchenpapiere zuvor im Juli belastet hatte.

Im Sog dieser Wende zogen am Dienstag im US-Handel auch andere Chipwerte zweistellig an: Die Intel-Aktie gewann 10,84 Prozent auf 100,86 US-Dollar, Arm legte um 17,36 Prozent auf 280,56 US-Dollar zu, Papiere von Marvell Technology zogen um 12,81 Prozent auf 218,59 US-Dollar an und SanDisk-Aktien sprangen um 10,84 Prozent auf 1.427,62 US-Dollar hoch. Daneben profitierten aber unter anderem auch die Anteilsscheine von Super Micro Computer (+10,65 Prozent), Micron (+7,62 Prozent) und D-Wave Quantum (+9,26 Prozent) von der neuen Zuversicht.

Prognoseanhebungen heben auch die Stimmung am Aktienmarkt

Im zweiten Quartal 2026 stieg der Umsatz von Palantir auf 1,94 Milliarden US-Dollar, deutlich über der von Analysten erwarteten Marke von 1,81 Milliarden US-Dollar und fast doppelt so hoch wie im Vorjahresquartal. Der Gewinn je Aktie kletterte auf 0,41 US-Dollar, nach 0,13 US-Dollar ein Jahr zuvor und über der Konsensschätzung von 0,344 US-Dollar. Auch Baumaschinenhersteller Caterpillar sorgte mit einer angehobenen Umsatzprognose für Rückenwind, denn der Konzern profitierte unter anderem von der weiterhin hohen Nachfrage nach Infrastruktur für Rechenzentren. Anleger sahen auch das als weiteren Beleg für ungebrochene KI-Investitionen.

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Diese Erleichterung übertrug sich unmittelbar auf den Halbleitersektor. Bei Marvell kam zudem noch ein eigener Auslöser hinzu: Zum Auftakt des Flash Memory Summit 2026 stellt der Chipkonzern ein neues KI-Speicherportfolio vor. Zusätzlichen Schub lieferte der fallende Ölpreis, nachdem US-Finanzminister Scott Bessent Hoffnung auf eine diplomatische Lösung im Iran-Konflikt und eine mögliche Öffnung der Straße von Hormus weckte.

Auch AMD übertraf Erwartungen - Hält der Schwung am Mittwoch an?

Am Dienstag nach US-Börsenschluss legte dann auch AMD seine Zahlen vor. Der Umsatz kletterte im zweiten Quartal auf einen Rekordwert von 11,54 Milliarden US-Dollar, ein Plus von rund 50 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und über der Analystenschätzung von 11,31 Milliarden US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie steigt auf 1,66 US-Dollar, nach 0,54 US-Dollar ein Jahr zuvor und über dem Konsens von 1,62 US-Dollar. Für das laufende Quartal stellte AMD zudem einen Umsatz von rund 13 Milliarden US-Dollar in Aussicht. Trotz der Rekordwerte fiel die AMD-Aktie zum NASDAQ-Schluss um 7,04 Prozent auf 482,05 US-Dollar, nachdem auch sie im regulären Dienstagshandel zuvor von der neuen KI-Euphorie erfasst worden und um 7,00 Prozent nach oben getrieben worden war.

Die wahre Substanz hinter den AMD-Zahlen zeigte sich allerdings am Mittwoch in Asien: In Südkorea zogen die beiden Speicherchiphersteller Samsung Electronics und SK hynix letztlich um 2,5 Prozent auf 246.000 KRW bzw. um 5,77 Prozent auf 1.668.000 KRW an, in Japan gewann der Zulieferer Advantest schlussendlich 8,77 Prozent auf 33.720 JPY. Auslöser war, dass AMD bei Gewinn und Umsatz über den Konsensschätzungen lag und bereits das fünfte Quartal in Folge einen Rekordumsatz mit Serverprozessoren erzielte. Der Kursrückgang der eigenen Aktie hinderte die Zulieferkette in Asien damit nicht daran, die Zahlen als weiteres Signal für anhaltend hohe Nachfrage nach KI-Infrastruktur zu werten.

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Carolin Ludwig, Martina Köhler, Thomas Zoller, Redaktion finanzen.net

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