Chipriesen

Chip-Ausverkauf: Warum die SK hynix-Aktie trotz NASDAQ-Debüt abstürzt und Samsung mitzieht


Chip-Ausverkauf: Warum die SK hynix-Aktie trotz NASDAQ-Debüt abstürzt und Samsung mitzieht

Kaum ist der Milliarden-Deal an der NASDAQ besiegelt, sackt die SK hynix-Aktie in Seoul kräftig ab: Eine neue Analystenprognose macht deutlich, warum das Halbleiterschwergewicht am Montag unter die Räder geriet.

  • SK hynix fällt auf Monatstief - auch Samsung unter Druck
  • Korea Investment & Securities sieht Gewinn unter der Konsensschätzung
  • SK hynix sammelte beim NASDAQ-Debüt am Freitag über 26 Milliarden US-Dollar ein
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Stark unter Druck gerieten am Montag in Seoul die Kurse der beiden Halbleiterschwergewichte Samsung Electronics und SK hynix: SK hynix verlor letztlich 15,37 Prozent und kostete damit zuletzt 1.845.000 Won. Samsung Electronics gab um 10,70 Prozent nach auf 254.500 Won. Im NASDAQ-Handel geben den dort frisch gelisteten SK hynix-ADR-Aktien derweil 5,91 Prozent auf 158,09 US-Dollar ab.
Das Plus von SK hynix seit Jahresbeginn schrumpft durch den Rücksetzer auf rund 183 Prozent. Belastend wirkte eine frische Analystenprognose, die den zuletzt gefeierten Börsengang der SK hynix-Hinterlegungsscheine in New York in den Hintergrund drängte.

Analystenprognose trübt die Stimmung

Grund für den Ausverkauf ist laut Dow Jones Newswires ein Bericht von Korea Investment & Securities. Das Analysehaus rechnet für das zweite Quartal nur noch mit einem operativen Gewinn von rund 60,4 Billionen Won, umgerechnet knapp 40,3 Milliarden US-Dollar, und damit etwa 8 Prozent unter der Konsensschätzung von rund 65 Billionen Won. Als Begründung nennt man den im Vergleich zu den Wettbewerbern deutlich höheren Anteil von High Bandwidth Memory am Umsatz von SK hynix. Genau dieses Segment, in dem SK hynix vor allem Speicherchips für Beschleuniger von Kunden wie NVIDIA liefert, soll bei den durchschnittlichen Verkaufspreisen im Quartalsvergleich schwächer zugelegt haben als der Markt insgesamt.

NASDAQ-Debüt bringt keine Stütze

Dass die US-Hinterlegungsscheine von SK hynix erst am Freitag ein gefeiertes Debüt an der NASDAQ hinlegten und dem Unternehmen dabei über 26 Milliarden US-Dollar zuflossen, hilft der Aktie in Seoul nun nicht. Im Gegenteil: Nach dem Kurssprung von rund 13 Prozent am ersten US-Handelstag nutzen Anleger den Zeitpunkt offenbar, um Gewinne aus der Rally der vergangenen Monate mitzunehmen. Hinzu kommt Unsicherheit darüber, wie die neue US-Notierung und die heimische Aktie künftig zueinander bewertet werden sollen, nachdem das Debüt faktisch einen zweiten Referenzkurs geschaffen hat.

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Blick auf die Berichtssaison

Trotz der niedrigeren Prognose von Korea Investment & Securities dürfte SK hynix im Jahresvergleich weiterhin ein herausragendes Wachstum ausweisen, wenn die Ergebnisse später im Juli veröffentlicht werden. Der Speicherkonzern hat von den kräftig gestiegenen Speicherpreisen profitiert, die vor allem auf die anhaltend hohe Nachfrage aus der Entwicklung Künstlicher Intelligenz zurückgehen. Woran der Markt aktuell zweifelt, brachte NH-Investment-&-Securities-Analyst Ryu Young-ho gegenüber Reuters auf den Punkt: Anleger hätten mit steigenden HBM4-Lieferungen ab dem zweiten Quartal gerechnet, dieser Anstieg zeichne sich in diesem Umfang aber offenbar noch nicht ab.

Ob die Zurückhaltung der Analysten berechtigt ist, zeigt sich endgültig erst mit den offiziellen Zahlen: Samsung legt seinen ausführlichen Bericht zum zweiten Quartal am 23. Juli vor, SK hynix folgt am 29. Juli. Erst dann lässt sich einordnen, ob der aktuelle Kursrutsch eine Korrektur nach der Rally ist oder der Beginn einer nachhaltigeren Neubewertung.

Halbleiter- und KI-Aktien sind am Montag von der Tech-Schwäche in Südkorea und Japan mit nach unten gezogen worden. Die dortigen Leitindizes KOSPI und Nikkei 225 büßten wegen ihrer starken Abhängigkeit von Technologieaktien knapp neun beziehungsweise 1,9 Prozent ein. Damit zollten sie ihrem guten Lauf seit Jahresbeginn weiter Tribut. Diesem Sog konnten sich auch deutsche und europäische Branchenwerte nicht entziehen.
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Marktbeobachter nannten als wesentlichen Grund für die Verluste in Asien Gewinnmitnahmen angesichts der unter dem Strich nach wie vor satten Kursanstiege bei Titeln mit Bezug zu Künstlicher Intelligenz (KI). Als Auslöser dienten Nachrichten aus dem Nahen Osten, wo die USA und der Iran im Konflikt um die Meeresstraße von Hormus die Eskalation weiter vorantreiben.

Zuletzt büßte DAX-Schlusslicht Infineon via XETRA 2,08 Prozent auf 70,97 Euro ein. Im MDAX belegte Elmos Semiconductor mit minus 1,06 Prozent auf 168,20 Euro einen der hinteren Plätze. Damit gehen die Gewinnmitnahmen bei KI-Aktien erst einmal weiter.

Europaweit zeigte sich ein ähnliches Bild: Im EuroStoxx 50 lag der Chipzulieferer ASML an der EURONEXT mit einem Kursverlust 1,56 Prozent bei 1.544,60 Euro weit hinten und im CAC 40 der Hersteller STMicroelectronics mit minus 1,73 Prozent bei 60,93 Euro.

Mit Blick auf die Talfahrt des südkoreanischen Halbleiterherstellers SK hynix, der am Freitag mit seiner Zweitnotierung in den USA ein gutes Börsendebüt gefeiert hatte, sprachen Marktbeobachter von Umschichtungen hin zu den nun an der US-Technologiebörse NASDAQ gehandelten American Depositary Receipts (ADRs). Dadurch sei der KOSPI erneut stark unter Druck geraten.

Der Wert der SK hynix-Aktie in Korea hat sich allerdings seit Ende 2022 auch mehr als verfünfundzwanzigfacht, - nicht zuletzt, da der KI-Boom die Preise für Speicherchips in die Höhe getrieben und zu Rekordgewinnen geführt hatte.

Evelyn Schmal, Julia Walter, Martina Köhler, Redaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX

Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar.

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Bildquellen: Michael Vi / Shutterstock.com, M DOGAN / Shutterstock.com

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