Aktien von Alphabet, Amazon & Microsoft mit starker Woche: Um diese Billionen-Summe stieg ihr gemeinsamer Börsenwert
Fast zwei Billionen US-Dollar wechselten in der vergangenen Woche den Besitzer, doch längst nicht jeder Tech-Riese profitierte von der KI-Rally gleich stark.
- Amazon, Microsoft und Alphabet gewinnen dank starkem Cloud-Wachstum an Wert
- Apple und Meta verlieren trotz solider Zahlen deutlich an Börsenwert
- Jefferies warnt, die langfristige Rendite der KI-Investitionen bleibe fraglich
Im Rahmen der laufenden Bilanzwoche gewannen Amazon, Microsoft und Alphabet in der vergangenen Woche laut CNBC zusammen fast 1,5 Billionen US-Dollar an Börsenwert hinzu, während Apple, Meta und Tesla auf der Verliererseite standen. Über alle sechs großen Techkonzerne mit Berichtstermin hinweg wechselten damit binnen einer Woche laut der Nachrichtenseite fast zwei Billionen US-Dollar an Börsenwert die Seiten.
Amazon überzeugt mit Cloud-Tempo
Bei Amazon wuchs der Umsatz der Cloud-Sparte Amazon Web Services im zweiten Quartal um 37 Prozent gegenüber dem Vorjahr, das stärkste Tempo seit 2021. Die Aktie schloss am Freitag mehr als 15 Prozent höher, nachdem der Konzern die Investitionsplanung für das laufende Jahr von 200 auf 220 Milliarden US-Dollar angehoben hat. Mit Blick auf die Marktkapitalisierung gewann Amazon somit in der vergangenen Woche mehr als 400 Milliarden US-Dollar hinzu. Forrester-Analystin Tracy Woo wertete das robuste AWS-Wachstum laut CNBC als klaren Beleg dafür, dass die Infrastrukturinvestitionen mit der Marktnachfrage Schritt halten würden, statt ihr vorauszueilen. Damit lieferte ausgerechnet der Konzern mit dem größten Kapitalbedarf das überzeugendste Argument gegen die Sorge, Big Tech baue am Bedarf vorbei.
Microsoft und Alphabet im Sog des Cloud-Booms
Microsoft legte am Donnerstag nach Zahlen ebenfalls zweistellig zu und gewann binnen der Woche mehr als 600 Milliarden US-Dollar an Börsenwert. Der Umsatz des Windows-Konzerns stieg im vergangenen Quartal auf 90,0 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und über der Analystenschätzung von rund 87,6 Milliarden US-Dollar. Treiber war die Cloud-Sparte Azure, die im Quartal um 43 Prozent zulegt und den Cloud-Jahresumsatz erstmals über die Marke von 100 Milliarden US-Dollar hob.
Alphabet kam laut CNBC in der abgeschlossenen Woche auf ein Plus beim Börsenwert von mehr als 400 Milliarden US-Dollar. Die Google-Mutter hatte ihre eigenen Zahlen dabei bereits eine Woche zuvor, am 22. Juli, vorgelegt: Der Umsatz kletterte um 24 Prozent auf 119,8 Milliarden US-Dollar, die Cloud-Sparte Google Cloud wuchs um 82 Prozent auf 24,8 Milliarden US-Dollar. Die Aktie reagierte darauf zunächst mit Kursverlusten, weil Anleger die zugleich angehobene Investitionsprognose kritisch sahen. Im Sog der Microsoft- und Amazon-Zahlen dreht die Stimmung dann jedoch. Sowohl Microsoft als auch Alphabet profitierten letztlich wie Amazon davon, dass ihr Cloud-Geschäft die hohen Ausgaben für Rechenzentren und Chips zunehmend rechtfertigt.
Apple und Meta zahlen für fehlende Klarheit
Apple übertraf bei Umsatz, Gewinn und iPhone-Absatz zwar die Erwartungen, doch der Ausblick für das laufende Quartal blieb mit 9 bis 11 Prozent Wachstum hinter den vom Analystenkonsens laut LSEG erwarteten 12 Prozent zurück. Grund ist ein Engpass bei Speicherchips, einem Schlüsselbauteil, der den Konzern bereits zu Preiserhöhungen bei Mac und iPad gezwungen hat und einen iPhone-Aufschlag im weiteren Jahresverlauf wahrscheinlicher macht. Der Börsenwert des iKonzerns sank laut CNBC daraufhin binnen einer Woche um mehr als 350 Milliarden US-Dollar. Bei Meta kosteten die jüngsten Kursverluste den Konzern binnen der Woche rund 85 Milliarden US-Dollar an Wert, obwohl das Management die Untergrenze der Kapitalausgaben-Prognose für 2026 anhob.
Auch Tesla verlor nach dem Wechsel in einen negativen operativen Cashflow und einer angekündigten höheren Ausgabenlast in der vergangenen Woche laut CNBC rund 7 Milliarden US-Dollar an Wert - ein Bruchteil der Bewegungen bei den Hyperscalern, aber ein Signal für dieselbe Anlegerfrage.
Wall Street bleibt gespalten, wie teuer KI werden darf
Jefferies-Investmentbanker Jason Greenberg bezifferte die erwartete Höhe der branchenweiten KI-Ausgaben der kommenden zwölf Monate laut der Nachrichtenseite auf fast 800 Milliarden US-Dollar und stellte klar, dass Investoren nicht mehr an der KI-Nachfrage selbst zweifelten, sondern daran, ob sie langfristig profitabel genug ausfalle, um diese Summe zu rechtfertigen. Genau an dieser Frage, nicht an der reinen Investitionshöhe, entscheidet sich derzeit, welche Aktie belohnt und welche abgestraft wird.
Carolin Ludwig, Redaktion finanzen.net
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