Cloud-Geschäft boomt

Cerebras-Aktie bricht nach Quartalszahlen trotz Umsatzsprung und angehobenen Jahreszielen ein


Cerebras-Aktie bricht nach Quartalszahlen trotz Umsatzsprung und angehobenen Jahreszielen ein

Der NVIDIA-Herausforderer Cerebras hat trotz eines kräftigen Umsatzwachstums die Erwartungen verfehlt. Die Aktie reagierte heftig.

  • Cloud-Geschäft wächst kräftig, Umsatzsprung reicht nicht, um Erwartungen zu erfüllen
  • Cerebras hebt Jahresziele an und verweist auf Auftragsbestand
  • Nach starkem Lauf erlebt die Cerebras-Aktie einen Rückschlag
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Cerebras Systems hat am Mittwoch nach US-Börsenschluss seine Zahlen zum zweiten Quartal 2026 vorgelegt und dabei den Umsatz mehr als verdoppelt. Dennoch verfehlte das KI-Infrastrukturunternehmen sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis die Markterwartungen.

Starkes Wachstum, verfehlter Konsens

Der bereinigte Kernumsatz des KI-Spezialisten Cerebras, der als Herausforderer von NVIDIA im Bereich KI-Chips auftritt, kletterte im zweiten Quartal 2026 auf 209,9 Millionen US-Dollar. Das entspricht einem Plus von 103 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Der GAAP-Gesamtumsatz erreichte 180,1 Millionen US-Dollar, ein Plus von 74 Prozent. Besonders das Cloud- und Servicegeschäft legte kräftig zu: Der bereinigte Kern-Umsatz in dieser Sparte stieg um satte 287 Prozent auf 127,7 Millionen US-Dollar - ein neuer Rekord. Trotzdem blieb das Unternehmen unter den Erwartungen des Analystenkonsens, der laut Investing.com einen Umsatz von 193,6 Millionen US-Dollar prognostiziert hatte. Auch der bereinigte Verlust von Cerebras fiel mit 2,98 US-Dollar pro Aktie deutlich schlechter aus, als am Markt mit -0,18 US-Dollar pro Aktie erwartet worden war.

Unter dem Strich verzeichnete Cerebras einen Nettoverlust von 450,5 Millionen US-Dollar, belastet durch 377,0 Millionen US-Dollar an Aktienvergütungen. Im Vorjahresquartal hatte das Unternehmen noch einen Nettogewinn von 309,5 Millionen US-Dollar ausgewiesen. Der bereinigte Kernverlust fiel mit 6,9 Millionen US-Dollar deutlich moderater aus. Die bereinigte Kern-Bruttomarge verbesserte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund 940 Basispunkte auf 41 Prozent.

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"Dies war ein herausragendes Quartal für Cerebras. Der Kernumsatz hat sich auf 210 Millionen US-Dollar mehr als verdoppelt, und unser Cloud-Geschäft ist im Jahresvergleich um fast das Vierfache gewachsen", sagte Cerebras-CEO Andrew Feldman laut Unternehmensmitteilung. "Geschwindigkeit verändert die Möglichkeiten der KI. Sie macht KI nützlicher und produktiver und erschließt völlig neue Märkte. Infolgedessen ist die Nachfrage nach schneller Inferenz enorm; Cerebras baut seine Kapazitäten aus, um dieser Nachfrage gerecht zu werden - durch die Sicherung zusätzlicher Rechenzentrumskapazitäten, die Erweiterung der Fertigung sowie das Wachstum gemeinsam mit Kunden und Partnern wie OpenAI, AWS, AMD und CrowdStrike."

Angehobene Prognose und milliardenschwerer Auftragsbestand

Cerebras hob zudem die Prognose für das Gesamtjahr 2026 an: Der Kernumsatz soll nun zwischen 880 und 890 Millionen US-Dollar liegen, nach zuvor 855 bis 865 Millionen US-Dollar. Auch der Ausblick für die Kern-Bruttomarge wurde auf 41 bis 43 Prozent angehoben. Für das dritte Quartal 2026 stellte das Unternehmen einen Kernumsatz von 214 bis 216 Millionen US-Dollar in Aussicht. Zum Stichtag 30. Juni verfügte Cerebras über 25,4 Milliarden US-Dollar an verbleibenden Leistungsverpflichtungen. CFO Bob Komin kündigte laut Pressemitteilung zudem an, die Kernumsätze bis 2027 mehr als verdreifachen zu wollen.

Das Unternehmen bekräftigte zudem seine Partnerschaften: Mit OpenAI wurde Unterstützung für dessen Frontier-Modell GPT-5.6 Sol mit 750 Tokens pro Sekunde aktiviert, mit AMD entsteht eine disaggregierte Inferenzlösung, die den Durchsatz um bis zu das Fünffache steigern soll und ab dem vierten Quartal 2026 in Produktion geht. Die Kooperation mit Amazon soll im ersten Quartal 2027 durch eine Integration in Amazon Bedrock vertieft werden. Mitte August will Cerebras zudem das CS-4-System der vierten Generation vorstellen.

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Cerebras-Aktie: Kursreaktion nach starkem Lauf

Die Cerebras-Aktie brach nach der Zahlenvorlage nachbörslich an der NASDAQ zweistellig ein. Auch im Haupthandel am Donnerstag ging es letztlich um 11,85 Prozent nach unten auf 231,01 US-Dollar. Der Kurseinbruch trifft die Cerebras-Aktie nach einer Phase kräftiger Kursgewinne, die dem Papier in den Wochen vor der Zahlenvorlage deutlichen Auftrieb gegeben hatte. So hatte das Papier an den vorangegangenen fünf Handelstagen um insgesamt 24,02 Prozent zugelegt. Der nachbörsliche Rückgang markiert damit einen deutlichen Bruch dieser Dynamik.

Das Muster ähnelt dabei der Reaktion auf den ersten Quartalsbericht als börsennotiertes Unternehmen: Bereits nach den Zahlen zum ersten Quartal 2026, veröffentlicht am 23. Juni, war die Aktie nachbörslich zweistellig eingebrochen, damals wegen einer schwächeren Bruttomargen-Prognose. Cerebras war im Mai an die NASDAQ gegangen, das Aktienangebot war bei 185 US-Dollar pro Aktie bepreist worden und hatte 6,4 Milliarden US-Dollar eingebracht.

Analysten bewerten die Aktie trotz der Kursschwankungen mehrheitlich positiv. Mizuho Securities bestätigte gestern ein Buy-Rating mit einem Kursziel von 300 US-Dollar, Wedbush hatte tags zuvor ebenfalls Buy mit einem Kursziel von 280 US-Dollar ausgegeben. Der Analystenkonsens liegt bei Strong Buy mit einem mittleren Kursziel von 296,44 US-Dollar.

Carolin Ludwig, Martina Köhler, Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net

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