Deutsche Arbeitslosenzahl steigt weniger stark als erwartet
Von Hans Bentzien
BERLIN (Dow Jones)--Die Arbeitslosigkeit in Deutschland hat im Oktober etwas weniger stark als erwartet zugenommen. Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) mitteilte, erhöhte sich die saisonbereinigte Arbeitslosenzahl gegenüber dem Vormonat um 8.000, nachdem sie im September um 13.000 gestiegen war. Die Arbeitslosenquote blieb auf dem Vormonatsniveau von 5,5 Prozent. Die von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte hatten einen Anstieg der Arbeitslosenzahl um 15.000 und eine Quote von 5,6 Prozent prognostiziert.
Ohne Berücksichtigung der saisonalen Faktoren sank die Zahl der Arbeitslosen um 43.000 auf 2,441 Millionen. Die Arbeitslosenquote verringerte sich auf 5,3 (September: 5,4) Prozent. "Insgesamt ist der Arbeitsmarkt weiter robust, insbesondere die Beschäftigung wächst weiter", erklärte die BA-Vorstandsvorsitzende Andrea Nahles. Folgen der wirtschaftlichen Unsicherheiten seien jedoch sichtbar. So bereiteten sich wieder mehr Unternehmen auf mögliche Kurzarbeit vor und reduzierten ihre Nachfrage nach neuem Personal.
Die Unterbeschäftigung, die zusätzlich zur Arbeitslosigkeit auch Veränderungen in der Arbeitsmarktpolitik und kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt, erhöhte sich saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 29.000 (plus 26.000). Sie betraf 3,254 Millionen Personen. Das waren 120.000 (51.000) mehr als vor einen Jahr.
Wie die BA weiter mitteilte, zeigten Betriebe zwischen dem 1. und dem 26. Oktober konjunkturelle Kurzarbeit für 82.000 (44.000) Menschen an. Aktuelle Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme stehen bis August zur Verfügung. So wurde nach vorläufigen hochgerechneten Daten in diesem Monat für 106.000 (Juli: 99.000) Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt.