Deutsche Bundesbank sieht Anzeichen für eine Rezession


Von Hans Bentzien

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Bundesbank rechnet damit, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten und vierten Quartal dieses Jahres und im ersten Quartal des nächsten Jahres sinken wird. "Nachdem die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal noch leicht gestiegen war, geht sie wohl im laufenden Quartal etwas zurück", heißt es im aktuellen Monatsbericht für September. Für das vierte Quartal und erste Quartal sei mit einem "merklichen" BIP-Rückgang zu rechnen. Zudem mehrten sich die Anzeichen für eine Rezession im Sinne eines deutlichen, breit angelegten und länger anhaltenden Rückgangs der Wirtschaftsleistung.

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"Dies ist in erster Linie darauf zurückzuführen, dass sich die gesamtwirtschaftlichen Angebotsbedingungen - insbesondere die Energieversorgung - infolge des Angriffskrieges Russlands gegen die Ukraine erheblich verschlechterten", erläutert die Bundesbank. Die hohe Inflation und die Unsicherheit in Bezug auf die Energieversorgung und ihre Kosten beeinträchtigten dabei nicht nur die gas- und stromintensive Industrie sowie deren Exportgeschäfte und Investitionen, sondern auch den privaten Konsum und die davon abhängigen Dienstleister.

Für den Beginn des dritten Quartals attestiert die Bundesbank zwar steigende Einzelhandels-, Gastgewerbe- und Tourismusumsätze, aber zugleich einen spürbaren Rückgang von Industrie- und Bauproduktion. "Im August waren die Unternehmen laut Ifo-Institut weniger zufrieden mit den laufenden Geschäften und sahen unverändert pessimistisch in die Zukunft", heißt es weiter.

Die Bundesbank sieht die Möglichkeit, dass eine formale Rationierung von Gas auch ohne die Lieferungen über die Pipeline Nord Stream 1 wohl gerade noch vermieden werden kann - dank der höheren Lieferungen aus anderen Ländern und der Fortschritte bei Verbrauchseinsparungen und Gaseinspeicherungen. "Dafür ist jedoch eine weitere, erhebliche Minderung des Gasverbrauchs notwendig - insbesondere auch bei den privaten Haushalten", merkt sie an.

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Im vierten Quartal wird die Wirtschaftsleistung laut Bundesbank "merklich" zurückgehen. "Dies dürfte wohl auch für das erste Quartal des kommenden Jahres gelten." Die jüngst von der Bundesregierung angekündigten Entlastungsmaßnahmen dürften den zu erwartenden BIP-Rückgang etwas abmildern.