Deutsche Erzeugerpreise sinken im März deutlicher als erwartet
Von Hans Bentzien
FRANKFURT (Dow Jones)--Der Inflationsdruck auf Produzentenseite in Deutschland hat im März stärker als erwartet abgenommen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, sanken die Erzeugerpreise gegenüber dem Vormonat um 2,6 Prozent und lagen um 7,5 (Februar: 15,8) Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten Raten von minus 0,4 und plus 10,1 Prozent prognostiziert.
Angaben zu Energiepreisen weiterhin vorläufig
Nach Angaben von Destatis sind diese Ergebnisse weiterhin vorläufig hinsichtlich der Entwicklung der Strom- und Gaspreise. Grund ist die Preisbremse für Strom und Gas, die seit Januar 2023 gilt und seit März 2023 umgesetzt wird. "Da im März noch nicht alle auskunftspflichtigen Energieversorgungsunternehmen Daten unter Berücksichtigung der Preisbremse meldeten, konnte die Wirkung der Preisbremse nur teilweise berücksichtigt werden", heißt es in der Mitteilung. Auch die Aktualisierung der vorläufigen Ergebnisse für Januar und Februar 2023 habe nochmals verschoben werden müssen.
Hauptverantwortlich für den Anstieg der gewerblichen Erzeugerpreise im Vorjahresvergleich ist weiterhin die Preisentwicklung bei Energie, bedingt durch den hohen Wägungsanteil der Energiepreise am Gesamtindex in Kombination mit außergewöhnlich hohen Preisveränderungen. Zudem stiegen, teilweise infolge der Preissteigerungen für Energie, auch die Preise für Verbrauchsgüter, Vorleistungsgüter, Gebrauchsgüter und Investitionsgüter deutlich an. Auch für den Rückgang des Erzeugerpreisindex gegenüber dem Vormonat ist die Entwicklung der Energiepreise hauptverantwortlich.
Die Energiepreise waren im März 2023 den vorläufigen Ergebnissen zufolge im Durchschnitt 6,8 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Gegenüber Februar sanken sie dagegen um 7,6 Prozent. Mineralölerzeugnisse waren 18,4 Prozent billiger als im März 2022, gegenüber Februar sanken diese Preise um 2,3 Prozent.
Nahrungsmittel 19,2 Prozent teurer als im März 2022
Die Preise für Verbrauchsgüter waren um 15,4 Prozent höher als im Vorjahresmonat und stiegen gegenüber dem Vormonat um 0,7 Prozent. Nahrungsmittel waren 19,2 Prozent teurer als im Vorjahr. Die Preise von Gebrauchsgütern stiegen um 10,0 auf Jahres- und 0,3 Prozent auf Monatssicht.
Investitionsgüter kosteten 7,5 Prozent mehr als im Vorjahr und 0,2 Prozent mehr als im Vormonat, vor allem verursacht durch die Preissteigerungen für Maschinen mit einem Plus von 9,4 Prozent, gefolgt von denen für Kraftwagen und Kraftwagenteile (plus 5,9 Prozent).
Vorleistungsgüter verteuerten sich um 4,7 Prozent auf Jahressicht und sanken auf Monatssicht um 0,1 Prozent. Besonders stark stiegen auf Jahressicht die Preise für Zement (plus 52,3 Prozent). Holz in Form von Plättchen oder Schnitzeln war 30,7 Prozent teurer, Haushalts-, Hygiene- und Toilettenartikel verteuerten sich um 27,8 Prozent.