Deutschland verzeichnet niedrigsten Exportüberschuss seit 2000


Von Andreas Plecko

WIESBADEN (Dow Jones)--Der deutsche Exportüberschuss hat sich im Jahr 2022 unter anderem aufgrund der hohen Preise für die Einfuhr von Energie stark verringert. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, halbierte sich der Überschuss gegenüber 2021 von 175,3 Milliarden Euro auf 79,7 Milliarden Euro. Das ist der niedrigste Überschuss seit dem Jahr 2000. Im Außenhandel mit der Volksrepublik China, die 2022 von Rang zwei auf Rang vier der wichtigsten Abnehmerstaaten deutscher Exporte abrutschte, verzeichnete Deutschland das größte Handelsbilanzdefizit seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1950.

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Während der Wert der Warenimporte aus China 2022 gegenüber dem Vorjahr um 33,6 Prozent auf 191,1 Milliarden Euro zunahm und damit einen neuen Höchstwert erreichte, stieg der Wert der dorthin exportierten Waren lediglich um 3,1 Prozent auf 106,8 Milliarden Euro. Daraus ergab sich ein rekordhohes Handelsbilanzdefizit von 84,3 Milliarden Euro.

Mit einem Außenhandelsumsatz von 297,9 Milliarden Euro war China bereits im siebten Jahr in Folge Deutschlands wichtigster Handelspartner. Mit weitem Abstand folgten auf den Rängen zwei und drei die Vereinigten Staaten mit einem Umsatz von 247,8 Milliarden Euro (plus 27,5 Prozent gegenüber 2021) und die Niederlande mit 233,6 Milliarden Euro (plus 13,3 Prozent).

Die meisten deutschen Exporte gingen im Jahr 2022 wie bereits seit 2015 in die USA. Dorthin wurden Waren im Wert von 156,1 Milliarden Euro exportiert, das waren 27,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Demgegenüber standen Importe aus den USA im Wert von 91,7 Milliarden Euro, das waren 26,8 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

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Damit erzielte der deutsche Außenhandel mit den USA einen Exportüberschuss von 64,3 Milliarden Euro (2021: 49,7 Milliarden Euro). Auf Rang zwei der wichtigsten Abnehmerstaaten deutscher Warenexporte lag Frankreich (116,1 Milliarden Euro; plus 13,0 Prozent), gefolgt von den Niederlanden auf Rang drei (110,6 Milliarden Euro; plus 9,5 Prozent).

Die Bedeutung von Großbritannien für den deutschen Außenhandel ging im zweiten Jahr nach dem Brexit weiter zurück: Mit einem Außenhandelsumsatz von 111,0 Milliarden Euro im Jahr 2022 (plus 14,1 Prozent gegenüber 2021) fiel das Vereinigte Königreich in der Rangfolge der wichtigsten Handelspartner von Rang zehn auf Rang elf zurück und belegte damit den Platz hinter Tschechien.

Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

DJG/apo/jhe

(END) Dow Jones Newswires

February 16, 2023 02:18 ET (07:18 GMT)