Dialysekonzern im Fokus

DaVita-Aktie stürzt um 20% ab: Gewinn schlägt Erwartungen, doch der Ausblick enttäuscht


DaVita-Aktie stürzt um 20% ab: Gewinn schlägt Erwartungen, doch der Ausblick enttäuscht

Der Gewinn je Aktie springt kräftig und schlägt die Erwartungen, trotzdem schickt die Börse die DaVita-Aktie zweistellig in die Tiefe.

  • DaVita übertrifft beim Gewinn je Aktie die Erwartungen der Analysten
  • Aktie bricht trotzdem ein
  • Bestätigter Jahresausblick ohne Anhebung enttäuscht Anleger
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Starke Zahlen, harte Quittung: Die DaVita-Aktie bricht am Mittwoch an der NYSE zeitweise um gut 20 Prozent auf 183 US-Dollar ein, nachdem der US-Dialysekonzern am Dienstag einen Gewinn über den Markterwartungen gemeldet hatte. Der Absturz zeigt, wie wenig ein reiner Ergebnistreffer zählt, wenn der Ausblick die Fantasie nicht bedient.

Gewinn springt, Umsatz wächst nur langsam

Auf den ersten Blick fallen die Quartalszahlen solide aus. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal auf 3,55 Milliarden US-Dollar, ein Plus von gut 5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Beim operativen Ergebnis standen 579 Millionen US-Dollar zu Buche, die operative Marge verbesserte sich auf 16,3 Prozent nach 15,9 Prozent ein Jahr zuvor. Der verwässerte Gewinn pro Aktie schoss auf 4,02 US-Dollar nach 2,58 US-Dollar im Vorjahreszeitraum und lag über den Erwartungen der Analysten.

Warum der Gewinnsprung weniger glänzt, als er scheint

Ein großer Teil dieses Sprungs ist allerdings hausgemacht. Während der DaVita zurechenbare Nettogewinn um rund ein Drittel auf 265 Millionen US-Dollar zulegte, wuchs der Gewinn je Aktie um gut die Hälfte. Der Grund liegt in massiven Aktienrückkäufen, die die Zahl der ausstehenden Aktien binnen eines Jahres von 77,4 auf 66,1 Millionen drückten. Allein im zweiten Quartal kaufte der Konzern 2,2 Millionen Anteile für 348 Millionen US-Dollar zurück, wodurch der Gewinn je Aktie deutlich stärker zunimmt als der Nettogewinn.

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Der Ausblick lässt die entscheidende Anhebung vermissen

Genau hier setzt die Enttäuschung an. Für das Gesamtjahr bestätigte DaVita die Prognose von 14,10 bis 15,20 US-Dollar bereinigtem Gewinn je Aktie und 2,15 bis 2,25 Milliarden US-Dollar bereinigtem operativem Ergebnis. Nach einem bereinigten operativen Ergebnis von rund 1,06 Milliarden im ersten Halbjahr bleibt für die zweite Jahreshälfte damit nur ein moderater Zuwachs. Zugleich sank der Umsatz je Behandlung gegenüber dem Vorquartal leicht von 417,59 auf 415,87 US-Dollar, belastet durch Verschiebungen im Versicherungsmix. Nach dem starken Lauf der Aktie dürfte das Ausbleiben einer Prognoseanhebung Anleger enttäuscht haben.

Was für die DaVita-Aktie jetzt zählt

Ob der Kurssturz eine Übertreibung ist oder der Auftakt zu einer Neubewertung, dürfte sich an den nächsten Datenpunkten entscheiden. Den wichtigsten liefert DaVita mit dem Bericht zum dritten Quartal. Dann zeigt sich, ob der Umsatz je Behandlung sich stabilisiert und das operative Ergebnis wie in Aussicht gestellt in der zweiten Jahreshälfte anzieht.

Julia Walter, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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