Neue Kaufwelle? Siemens Energy-Aktie bekommt gleich doppelt Rückenwind
Vestas überrascht mit einer angehobenen Margenprognose und liefert damit Rückenwind für den Energiesektor - insbesondere für den Wettbewerber Siemens Energy.
- Neuer Großauftrag für Rechenzentrums-Turbinen stärkt das US-Geschäft
- Wettbewerber Vestas hebt Margenziel deutlich an und beflügelt den Sektor
- Rekordquartal und Prognosebestätigung untermauern die operative Stärke
Die Siemens Energy-Aktie gehört im XETRA-Handel am Mittwoch zu den Gewinnern: Schlussendlich legte der Anteilsschein um 1,98 Prozent auf 161,70 Euro zu. Vor allem positive Nachrichten von der Konkurrenz treiben den DAX-Konzern an.
Vestas-Prognose strahlt auf Siemens Energy-Aktie aus
Der weltgrößte Hersteller von Windkraftanlagen, Vestas, hob am Mittwoch seine Ergebnisprognose für das laufende Jahr an: Die EBIT-Marge vor Sondereffekten soll nun sieben bis neun Prozent erreichen - jeweils ein Prozentpunkt mehr als bisher in Aussicht gestellt. Die Umsatzprognose blieb unverändert. Im zweiten Quartal 2026 kletterte der Umsatz des dänischen Windturbinenherstellers auf 4,7 Milliarden Euro, das operative Ergebnis erreichte 446 Millionen Euro und die Marge sprang von 1,5 auf 9,4 Prozent, womit Vestas die Analystenerwartungen übertraf. Der Auftragseingang stieg um 67 Prozent auf 3,35 Gigawatt, der kombinierte Auftragsbestand lag zum 30. Juni bei 76,9 Milliarden Euro. Zusätzlich kündigte Vestas ein Aktienrückkaufprogramm über 400 Millionen Euro an.
Siemens Energy und Vestas gelten als Wettbewerber im Bereich Energietechnik und Windkraft, sodass positive Nachrichten des einen Unternehmens erfahrungsgemäß auch die Bewertung des anderen Titels beeinflussen.
Neuer Auftrag für Rechenzentrums-Energie
Neben dem Windschatten von Vestas wirkt auch eine eigene operative Meldung nach: Am Vortag hatte das Unternehmen mit Babcock & Wilcox eine Vereinbarung über 20 Dampf-Turbogeneratoren-Sets mit insgesamt einem Gigawatt Erzeugungsleistung für das FastPower-Programm unterzeichnet, das auf Energieinfrastruktur für Rechenzentrums-Projekte zielt. Der Auftrag ergänzt eine zuvor angekündigte Turbinenbestellung und reiht sich in den wachsenden Bedarf an zuverlässiger Stromversorgung für KI-Rechenzentren in den USA ein. Tobias Panse, bei Siemens Energy als SVP für Dampfturbinen und Generatoren verantwortlich, sprach laut Babcock & Wilcox von einer gestärkten Zusammenarbeit angesichts der beschleunigten Nachfrage von KI-Rechenzentrumskunden.
Damit setzt Siemens Energy einen Trend fort, der bereits die Quartalsberichterstattung geprägt hatte: Der Konzern hatte im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 Rekordwerte bei Auftragseingang, Umsatz und Profitabilität gemeldet. Der Auftragseingang stieg auf 17,9 Milliarden Euro bei einem Book-to-Bill-Verhältnis von 1,57, der Auftragsbestand kletterte auf 162 Milliarden Euro.
Rekordquartal und bestätigte Prognose
Der Umsatz von Siemens Energy legte auf vergleichbarer Basis um 18,5 Prozent auf 11,4 Milliarden Euro zu, das Ergebnis vor Sondereffekten verdreifachte sich auf 1,62 Milliarden Euro. Der Gewinn nach Steuern erreichte 1,19 Milliarden Euro nach 697 Millionen Euro im Vorjahresquartal, das Ergebnis je Aktie lag bei 1,28 Euro. Der Konzern bestätigte die zuvor erhöhte Prognose für das Geschäftsjahr 2026 mit einem vergleichbaren Umsatzwachstum von 14 bis 16 Prozent, einer Ergebnismarge vor Sondereffekten von 10 bis 12 Prozent, einem Gewinn nach Steuern von rund vier Milliarden Euro und einem freien Cashflow vor Steuern von rund acht Milliarden Euro, mit Tendenz zum oberen Ende der Margenspanne.
Erstmals seit dem Geschäftsjahr 2022 schrieb zudem die Windkrafttochter Siemens Gamesa in einem Quartal wieder schwarze Zahlen und liegt nach Unternehmensangaben im Plan, im laufenden Jahr den Break-even zu erreichen.
Für das vierte Quartal rechnet das Management im Gasgeschäft mit einem saisonal moderateren Verlauf, während für das Segment Grid Technologies eine Margen-Guidance von 18 bis 20 Prozent für das Gesamtjahr gilt. Analysten reagierten mit Kaufempfehlungen: Evercore-ISI-Analyst Alexander Virgo bestätigte sein Buy-Rating mit einem Kursziel von 250 Euro, die Deutsche Bank und Morgan Stanley folgten mit Kurszielen von 210 beziehungsweise 195 Euro, jeweils mit Buy-Einstufung.
Claudia Stephan, Bettina Schneider, Alexandra Hesse, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
Ausgewählte Hebelprodukte auf Deutsche Bank
Mit Knock-outs können spekulative Anleger überproportional an Kursbewegungen partizipieren. Wählen Sie einfach den gewünschten Hebel und wir zeigen Ihnen passende Open-End Produkte auf Deutsche Bank
Der Hebel muss zwischen 2 und 20 liegen
Bildquellen: Siemens Energy AG, Siemens Energy AG