Ergebnisverbesserung

Siemens Energy-Aktie unbeeindruckt: Wachstum beschleunigt - Gamesa wieder mit Gewinn


Siemens Energy-Aktie unbeeindruckt: Wachstum beschleunigt - Gamesa wieder mit Gewinn

Siemens Energy hat auch in seinem dritten Geschäftsquartal von der boomenden Nachfrage nach Gasturbinen und Stromnetztechnologie profitiert.

Das Energietechnikunternehmen verbuchte 17,9 Milliarden Euro Neugeschäft in den Monaten April und Juni - rund 1 Milliarde Euro mehr als vom Markt erwartet. Zugleich wurde bei 18,5 Prozent Umsatzwachstum der um Sondereffekte bereinigte Gewinn mehr als verdreifacht - auf 1,6 Milliarden Euro, wie das Unternehmen jetzt mitteilte.

Werbung

Mit einer Ergebnisverbesserung um mehr als 500 Millionen Euro trug dazu vornehmlich die Windenergietochter Gamesa bei, die erstmals seit 2022 wieder einen Überschuss ablieferte und keine roten Zahlen schrieb. Konzernweit erzielte Siemens Energy eine bereinigte Marge von 14,2 Prozent - das sind 9,1 Punkte mehr als im Vorjahr und 1,9 Punkte mehr als von Analysten geschätzt.

Siemens Energy bestätigte die im April angehobene Prognose 2025/26, wonach der Umsatz vergleichbar um 14 bis 16 Prozent wachsen und die operative Marge 10 bis 12 Prozent erreichen soll. Die Marge tendiere dabei zum oberen Ende, hieß es.

Siemens Energy diskutiert mögliche Abspaltung im Aufsichtsrat

Siemens-Energy-CEO Christian Bruch hat Informationen über eine mögliche Verselbständigung der Sparte Transformation of Industry und eine Diskussion darüber im Aufsichtsrat bestätigt. Eine Entscheidung dazu sei aber noch nicht gefallen, und es sei auch nicht der Zeitpunkt zu sagen, ob und wann diese Entscheidung fallen werde, sagte er in der Telefonkonferenz zu den Drittquartalszahlen.

Werbung

Das Handelsblatt hatte berichtet, der Aufsichtsrat von Siemens Energy befasse sich Ende August auf einer Sondersitzung mit diesem Thema. "Ich weiß heute noch nicht, wie das Ergebnis ist", so der CEO.

Bruch sagte, es gehe darum, eine Aufstellung zu finden, bei der sich Transformation of Industry am besten entwickeln könne. Das Geschäft mit einem Jahresumsatz von zuletzt 5,7 Milliarden Euro, das Dampfturbinen für die Industrie, Kompressoren für die Ölbranche und Wasserstoff-Elektrolyseure anbietet, kämpfe im Konzern "um die gleichen Ressourcen, was Kapital angeht", wie auf der anderen Seite die reinen Stromgeschäfte.

Siemens Energy als Konzern stünde heute selbst nicht so gut da, wenn das Geschäft innerhalb der Siemens AG um die Mittel hätte kämpfen müssen, sagte Bruch. Das gelte auch für Transformation of Industry. "Am Ende geht es darum, dass jedes der Geschäfte die optimalen Randbedingungen für eine erfolgreiche Zukunft hat."

Werbung

Siemens Energy-Aktie nach Quartalszahlen

Bei den Aktien von Siemens Energy geriet am Mittwoch die jüngste Erholung ins Stocken. Nach starkem Auftakt und positiven Einschätzungen von Analysten zu den Quartalszahlen sank ihr Kurs, bevor er zuletzt via XETRA stabil bei 150,86 Euro notierte. Seit ihrem erst vor wenigen Tagen erreichten tiefsten Stand seit Januar hatten sich die Papiere zuvor in der Spitze um fast ein Fünftel verteuert. Womöglich lasse die KI-Fantasie nun wieder etwas nach, hieß es aus dem Handel.

Die Anteile waren in den vergangenen Monaten wegen Sorgen um die Nachhaltigkeit von KI-Investitionen unter Druck geraten, hatten davor aber eine steile Rally vollzogen und Ende April ein Rekordhoch von 191,66 Euro erreicht. Im laufenden Jahr haben Anleger derzeit immer noch 24 Prozent Kursgewinn auf dem Konto. Siemens Energy gehörte in den vergangenen Jahren zu den erfolgreichsten Aktien an der Börse.

Der Dax-Konzern profitiert derzeit von einem sprunghaften Anstieg des Strombedarfs, der durch den starken Ausbau von Rechenzentren, die KI-Anwendungen betreiben, neue Fabriken und die allgemeine Elektrifizierung verursacht wird. Vor allem die Nachfrage nach Gasturbinen und Netztechnik ist hoch.

DOW JONES / FRANKFURT (dpa-AFX)

Bildquellen: Siemens Energy AG, Siemens Energy AG

Werbung