EU-Parlamentarier fordern starke Regeln für Künstliche Intelligenz
Von Sam Schechner
PARIS (Dow Jones)--Vertreter des EU-Parlaments drängen bei der Entwicklung von Technologien zur Künstlichen Intelligenz wie ChatGPT auf eine stärkere Regulierung. Das halsbrecherische Tempo der KI-Entwicklung in den vergangenen Monaten mache ein neues Regelwerk nötig, das auf leistungsstarke, universell einsetzbare KI-Tools zugeschnitten sei, heißt es in einem offenen Brief einer Gruppe einflussreicher EU-Abgeordneter.
Die Gruppe, die mit der Ausarbeitung eines Entwurfs für ein so genanntes KI-Gesetz der EU beauftragt ist, will sicherstellen, "die Entwicklung sehr leistungsfähiger künstlicher Intelligenz in eine Richtung zu lenken, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt und sicher und vertrauenswürdig ist", wie es in einer Kopie des Briefes heißt, die dem Wall Street Journal vorliegt.
"Angesichts der rasanten Entwicklung leistungsstarker Künstlicher Intelligenz sehen wir die Notwendigkeit erheblicher politischer Aufmerksamkeit", schreiben die Gesetzgeber. Sie fügen hinzu, dass der anstehende Gesetzesentwurf der EU, den die politischen Entscheidungsträger noch in diesem Jahr verabschieden wollen, "als Blaupause für andere Regulierungsinitiativen in verschiedenen Regulierungstraditionen und -umgebungen auf der ganzen Welt dienen könnte".
Die Erklärung der EU-Parlamentarier verleiht Forderungen von Forschern Gewicht, die sich dafür stark gemacht haben, dass Regulierer Einschränkungen bei der Entwicklung sehr leistungsfähiger KI-Tools vornehmen können.
Ende März unterzeichnete eine Gruppe von KI-Forschern und Tech-Führungskräften, darunter Elon Musk, einen offenen Brief des Future of Life Institute, in dem ein sechsmonatiges Moratorium für die Fortentwicklung der nächsten Generation von KI-Tools gefordert wurde, damit Behörden und Industrie Zeit haben, Sicherheitsstandards festzulegen.
Dragos Tudorache, ein rumänischer EU-Abgeordneter, der zusammen mit dem italienischen Abgeordneten Brando Benefei die Arbeit des Gremiums am KI-Gesetz leitet, bezeichnete den offenen Brief auch als Reaktion auf das Manifest des Future of Life Institute. In dem Schreiben der Abgeordneten ist vom Risiko eines "Verlust der Kontrolle über unsere Zivilisation" die Rede. Die Aufseher müssten die Zusammenarbeit mit KI-Entwicklern intensivieren.
"Wir teilen einige der in diesem Brief [des Instituts] geäußerten Bedenken, auch wenn wir mit einigen der alarmistischeren Aussagen nicht einverstanden sind", schreiben die EU-Abgeordneten. Regulierung von KI könne der Menschheit helfen, die Vorteile der Technologie zu nutzen und "schwierigere zukünftige Szenarien" zu vermeiden.
Das KI-Gesetz der EU steht kurz vor dem Abschluss der Debatte. Unterdessen schalten sich weltweit immer mehr Regulierer in die Debatte ein. schalten.
Chinas oberste Internetaufsichtsbehörde schlug Anfang des Monats Regeln zur Kontrolle von Tools der künstlichen Intelligenz vor, die ChatGPT ähneln. In den USA hat die Regierung Biden damit begonnen, zu prüfen, ob KI-Tools kontrolliert werden müssen. Italien hat ChatGPT jüngst aus Gründen des Datenschutzes vorübergehend verboten, und das Vereinigte Königreich hat ein Papier veröffentlicht, in dem vorgeschlagen wird, dass die Aufseher die Entwicklung von KI überwachen.
Es ist noch nicht klar, welche neuen Bestimmungen das EU-Parlament vorschlagen wird, um das KI-Gesetz zu ergänzen.
Die Unterzeichner des Briefes vom Montag werden sich diese Woche treffen, um ihre Vorschläge auszuarbeiten und sich auf einen gemeinsamen Standpunkt zu einigen, über den das Parlament im Mai abstimmen soll. In der Vergangenheit haben EU-Abgeordnete wesentlich mehr Transparenz unter anderem dazu gefordert, wie leistungsstarken KI-Tools entwickelt werden.
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April 17, 2023 06:15 ET (10:15 GMT)