Euroraum-Industrie-PMI sinkt im Oktober deutlich
FRANKFURT (Dow Jones)--Die Aktivität in der Industrie des Euroraums ist im Oktober deutlich gesunken. Der von S&P Global in diesem Sektor erhobene Einkaufsmanagerindex (PMI) sank in zweiter Veröffentlichung auf 46,4 (September: 48,4) Punkte. Volkswirte hatten eine Bestätigung des in erster Veröffentlichung gemeldeten Werts von 46,6 prognostiziert. Ab 50 Zählern signalisiert das Konjunkturbarometer ein Wachstum, darunter eine Schrumpfung.
Produktion und Auftragseingang zeigten sich laut S&P Global so schwach wie selten zuvor seit Umfragebeginn vor 25 Jahren, und auch beim Exportneugeschäft schlug wegen der geopolitischen Unsicherheit, der hohen Inflation und schwacher globaler Konjunkturaussichten ein hohes Minus zu Buche. Aufgrund drastisch reduzierter Produktionsraten wurde die Einkaufsmenge so stark gekürzt wie zuletzt im Mai 2020, während der Druck auf die Lieferketten aufgrund geringerer Kapazitätsengpässe bei den Lieferanten weiter zurückging.
Nach der leichten Beschleunigung im September schwächte sich der Preisdruck im Oktober wieder ab, wenngleich die Steigerungsraten bei Einkaufs- und Verkaufspreisen überdurchschnittlich hoch blieben. "Abgesehen von den Monaten während des Ausbruchs der Corona-Pandemie, fielen die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist im Oktober so pessimistisch aus wie nie zuvor seit Umfragebeginn im Oktober 2012", heißt es in der Veröffentlichung.
Joe Hayes, Senior Economist bei S&P Global Market, kommentierte die Daten so: "Zu Beginn des vierten Quartals 2022 hat sich die Talfahrt der Eurozone-Industrie weiter beschleunigt. Unsere PMI-Umfragen signalisieren nun eindeutig, dass sich der Industriesektor in einer Rezession befindet." Zu den Faktoren, die den Abwärtstrend seiner Ansicht nach weiter verstärken dürften, zählt die Inflation, die trotz des nachlassenden Lieferdrucks ausgesprochen hoch geblieben sei. Die Unternehmen gingen davon aus, dass die schwierigen Bedingungen bis weit ins Jahr 2023 anhalten würden.
Deutschlands Industrie-PMI sank auf 45,1 (47,8) Punkte, Frankreichs auf 47,2 (47,7) und Italiens auf 46,5 (48,3) Punkte.