Expansion im Fokus

Gute Karten trotz Buffett-Ausstieg: Nu Holdings-Aktie nach Rekordgewinn im Aufwind


Gute Karten trotz Buffett-Ausstieg: Nu Holdings-Aktie nach Rekordgewinn im Aufwind

Glänzende Zahlen treiben die Nu-Aktie an: Die Nubank-Mutter knackt beim Gewinn erstmals die Milliarden-Marke und baut ihr Wachstum mit einer neuen Banklizenz in Mexiko weiter aus.

  • Rekordgewinn treibt die Nu-Aktie kräftig nach oben
  • Neue Banklizenz in Mexiko markiert nächsten Expansionsschritt
  • Analysten bewerten die Aktie laut aktuellem Konsens weiterhin mehrheitlich mit Kaufen
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Nu Holdings hat am Donnerstag nach US-Börsenschluss Zahlen zum zweiten Quartal 2026 vorgelegt, die einen Rekordgewinn und ein kräftiges Kundenwachstum zeigen. Die Aktie legt an der NYSE vorbörslich zeitweise um 9,05 Prozent auf 15,19 US-Dollar zu. Die Digitalbank aus Lateinamerika profitiert von steigenden Margen und einer Expansion in Mexiko.

Nu-Aktie steigt dank Rekordgewinn und starkem Kundenwachstum

Nu Holdings, Muttergesellschaft der Digitalbank Nubank, wies für das zweite Quartal 2026 einen Nettogewinn von 1,06 Milliarden US-Dollar aus, ein Plus von 49 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und nach eigenen Angaben ein Rekordwert. Die Eigenkapitalrendite kletterte auf 33 Prozent. Der Umsatz in der unternehmensinternen Darstellung stieg auf 5,88 Milliarden US-Dollar, der Bruttogewinn auf 2,44 Milliarden US-Dollar.

Die Kundenzahl erreichte 138,9 Millionen, ein Zuwachs von 13 Prozent im Jahresvergleich, bei einer Aktivitätsrate von 83,5 Prozent und einem durchschnittlichen Ertrag je aktivem Kunden von 17,1 US-Dollar. Das Kreditportfolio wuchs auf 39,4 Milliarden US-Dollar, die Einlagen in Brasilien, Mexiko und Kolumbien summierten sich auf 45,3 Milliarden US-Dollar. Die risikoadjustierte Nettozinsmarge legte auf 12,4 Prozent zu, während sich die Qualität der Kreditportfolios uneinheitlich entwickelte: Die 15-bis 90-Tage-Quote notleidender Kredite verbesserte sich auf 4,8 Prozent, die 90-Tage-Quote stieg dagegen auf 6,9 Prozent, was Nu Holdings unter anderem mit saisonalen Effekten bei Zahlungsrückständen begründete.

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Expansion in Mexiko

CEO David Vélez erklärte, Nu erwirtschafte inzwischen mehr als eine Milliarde US-Dollar Nettogewinn pro Quartal. Diesen Monat erhielt das Unternehmen die Banklizenz in Mexiko und wurde damit nach eigener Darstellung zur größten Digitalbank des Landes mit 16 Millionen Kunden, zudem strebt das Unternehmen eine Erweiterung der Lizenz in Brasilien an. Laut Vélez lebten die Kunden inzwischen in 98 Prozent der mexikanischen Gemeinden, für 35 Prozent sei Nu das erste Bankkonto und für 52 Prozent die erste Kreditkarte gewesen.

Die aktuellen Zahlen liegen deutlich über dem ersten Quartal 2026, als der Umsatz erstmals die Marke von 5 Milliarden US-Dollar überschritten hatte und der Nettogewinn bei 871 Millionen US-Dollar lag. Die Eigenkapitalrendite verbesserte sich damit binnen eines Quartals von 29 auf 33 Prozent.

Wie sich die neue Banklizenz in Mexiko sowie die geplante Ergänzung der Banklizenz in Brasilien auf das weitere Kundenwachstum auswirken, wird sich in den kommenden Quartalsberichten zeigen. Auch die weitere Entwicklung der Kreditqualität dürfte dabei ein Beobachtungspunkt bleiben.

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Berkshires Ausstieg vor der Erholung

Warren Buffetts Berkshire Hathaway war seit dem Börsengang von Nu Ende 2021 an dem Unternehmen beteiligt und hatte ursprünglich 500 Millionen US-Dollar investiert. Die Position wurde ab dem dritten Quartal 2024 schrittweise reduziert, zunächst um 20,7 Millionen Aktien, bevor Berkshire im ersten Quartal 2025 mit dem Verkauf von 40.180.168 Aktien vollständig ausstieg. Ob der Ausstieg aus dem Fintech-Sektor auch unter dem neuen Berkshire-Vorstandschef Greg Abel endgültig bleibt oder ob die Neuausrichtung überraschende Positionsveränderungen mit sich bringt, wird das morgige 13F-Formular der US-Börsenaufsicht zeigen.

Alexandra Hesse, Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net

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