EZB/Eiopa: Nur ein Viertel der Klimakatastrophen-Risiken versichert


Von Hans Bentzien

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Europäische Zentralbank (EZB) und die Versicherungsaufsicht Eiopa wollen dafür sorgen, dass sich Haushalte und Unternehmen besser gegen Klimakatastrophen wie Fluten oder Feuer versichern. In einem gemeinsamen Positionspapier schreiben sie, dass Versicherer die Schäden durch sehr große Katastrophen möglicherweise nicht alleine tragen könnten, sondern die Unterstützung von Kapitalmärkten bzw. durch öffentliche Mittel brauchten.

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"Wir müssen die Akzeptanz von Klimakatastrophenversicherungen erhöhen, um die zunehmenden Auswirkungen von Naturkatastrophen auf die Wirtschaft und das Finanzsystem zu begrenzen", sagte EZB-Vizepräsident Luis de Guindos bei der Vorstellung eines Positionspapiers. De Guindos zufolge müssen aber zugleich auch die Klimarisiken selbst verringert werden - durch einen "reibungslosen und raschen" Übergang zu einer kohlenstoffärmeren Wirtschaft.

Nach Erkenntnisse der Eiopa ist derzeit nur etwa ein Viertel aller klimabedingten Katastrophenschäden in der EU versichert, in einigen Ländern liegt die Zahl sogar unter 5 Prozent. Das liege zum Teil daran, dass viele Menschen die Kosten von klimabedingten Schäden unterschätzten. Manche scheuten auch vor Versicherungen zurück und verließen sich lieber auf staatliche Unterstützung. "Da Naturkatastrophen sowohl häufiger als auch schwerer werden, dürften die Versicherungskosten voraussichtlich steigen", warnt die Eiopa.

Ihrer Einschätzung nach könnten einige Versicherer die Risikodeckung reduzieren oder bestimmte Arten von Katastrophenversicherungen gar nicht mehr anbieten, wodurch sich die Versicherungslücke weiter vergrößern würde.

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EZB und Eiopa schlagen vor, dass Versicherer zur Förderung des Versicherungsschutzes ihre Verträge so gestalten, dass sie Haushalte und Unternehmen ermutigen, Risiken zu reduzieren, zum Beispiel durch die Gewährung von Rabatten für die Umsetzung wirksamer Minderungs- oder Anpassungsmaßnahmen.

Um das Gesamtangebot an Versicherungen zu unterstützen, könnte nach Aussage beider Organisationen der Einsatz von Katastrophenanleihen erhöht werden, um einen Teil des Risikos an Kapitalmarktinvestoren weiterzugeben. Darüber hinaus könnten Regierungen öffentlich-private Partnerschaften (PPP) und Backstops einrichten, um die Kosten zu decken, die den Versicherern im Falle großer Katastrophen entstehen können.

Um sich selbst zu schützen und sicherzustellen, dass die öffentlichen Mittel effizient eingesetzt werden, sollten die Regierungen auch starke Anreize zur Risikominderung schaffen. Schließlich könnten die nationalen Versicherungssysteme durch ein EU-weites öffentliches System ergänzt werden, das sicherstellt, dass die europäischen Länder ausreichende Mittel für den Wiederaufbau nach seltenen, großflächigen klimabedingten Katastrophen haben.

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Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com

DJG/hab/apo

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April 24, 2023 04:30 ET (08:30 GMT)