EZB erhielt 2022 ein Drittel mehr anonyme Anzeigen
Von Hans Bentzien
FRANKFURT (Dow Jones)--Die Europäische Zentralbank (EZB) hat im vergangenen Jahr deutlich mehr anonyme Anzeigen sogenannter Whistleblower erhalten als zuvor. Wie aus dem Jahresbericht für 2022 hervorgeht, gingen bei der EZB 204 solcher Anzeichen ein, 34 Prozent mehr als 2021. "Von diesen Berichten bezogen sich 86 auf angebliche Verstöße gegen einschlägiges EU-Recht, von denen 78 in den Zuständigkeitsbereich der EZB und acht in den Zuständigkeitsbereich der nationalen Behörden fielen", teilte die EZB mit.
Die übrigen Meldungen bezogen sich demnach hauptsächlich auf angebliche Verstöße gegen nicht-aufsichtsrechtliche Vorschriften (zum Beispiel Verbraucherschutz) und fielen daher nicht in den Whistleblowing-Rahmen.
Zu den häufigsten mutmaßlichen Verstößen, die innerhalb des Aufsichtsbereichs der EZB gemeldet wurden, gehörten Fragen der Unternehmensführung (90 Prozent) sowie die unzureichende Berechnung der Eigenmittel und Eigenkapitalanforderungen (5 Prozent). Probleme bezüglich der Governance betrafen hauptsächlich das Risikomanagement und die internen Kontrollen, Funktionen des Leitungsorgans, Anforderungen an die fachliche Eignung sowie die organisatorische Struktur.
Tatsächlich verfolgt wurden 2022 zehn Verfahren wegen Regelverstößen, von denen sechs mit Geldstrafen (Gesamtsumme: 12,24 Millionen Euro) abgeschlossen wurden.
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March 21, 2023 07:30 ET (11:30 GMT)